5 Mythen über Salz

Das ehemals „weiße Gold“ ist inzwischen ein Centprodukt – und hat ein Imageproblem. Dafür erobern seit einiger Zeit exotische Kostbarkeiten wie  Fleur de Sel aus Ibiza, rosa Kristalle vom Himalaya oder Blausalz aus dem Iran die Tafeln ambitionierter Köche. Einige Mythen über Salz halten sich hartnäckig:

1. Salz ist Gift für den Körper.

Im Gegenteil: Salz ist lebenswichtig. Aber wie so oft: Die Dosis ist entscheidend. In Sachen Salz hält die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 5-6g täglich für ein gesundes Maß, Realität sind aber im Durchschnitt 10g. Zwar sind frühere Studien, nach denen Salz den Blutdruck gefährlich in die Höhe treibt und so Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen kann, inzwischen relativiert worden. Ein paar Körnchen Salz für das Frühstücksei muss sich niemand verkneifen – als Freibrief für Übersalzenes ist die aktuelle Studienlage aber auch nicht zu verstehen.

2. Meersalz ist besser als Kochsalz.

Das kann man so nicht sagen. Meersalz wird in Salzgärten oder Salinen gewonnen, in denen das Meerwasser verdunstet. Zur Kochsalzgewinnung siedet Salzsole, bis das Wasser verdampft ist. Unabhängig von der Art der Gewinnung besteht Salz zu 96-99.9% aus Natriumchlorid (NaCl). Der Gehalt an anderen Mineralstoffen ist bei beiden nicht bedeutsam – auch nicht der Jodgehalt. Wer über sein Speisesalz die Jodversorgung verbessern möchte, muss in beiden Fällen zu Produkten greifen, die mit Jod angereichert sind.

3. Natursalze liefern wichtige Mineralien und Spurenelemente.

Himalajasalz und anderen (meist recht teuren) Natursalzen wird ein besonders hoher Gehalt an wertvollen Mineralstoffen nachgesagt. Bis zu 84 Elemente sollen enthalten sein. Wissenschaftlich lässt sich das nicht belegen: Die Salzexoten bestehen zu mindestens 96 % aus Natriumchlorid. Die leicht rötliche Färbung des Himalajasalzes entsteht durch Spuren von Eisenoxid. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen, etwa der Stiftung Warentest, wurden lediglich 10 Elemente gefunden – und die auch nur in so kleinen Mengen, dass sie zur Mineralstoffversorgung nicht wesentlich beitragen. Dafür fanden sich Verunreinigungen, wie beispielsweise Gips. Exotische Steinsalze oder naturbelassene Salzblumen mögen ein Gericht optisch aufwerten, die Gesundheit profitiert davon nicht.

4. Salz spart man am besten beim Kochen

Das wird leider wenig helfen. Tatsächlich nehmen wir etwa 80 Prozent unserer täglichen Salzration über verarbeitete Lebensmittel auf, beispielsweise Wurst oder Käse. Wer Salz sparen will, könnte einmal den Salzgehalt seines Brotes überprüfen: einige Sorten enthalten bis zu 1 Gramm Salz pro Scheibe! Darüber hinaus sind viele Fertiggerichte echte „Salzbomben“.

5. Mit Reiskörnern gemischt  bleibt Salz länger streufähig

Kennen Sie noch ein Restaurant mit Reiskörnern im Salzstreuer?  Fakt ist, Reis nimmt die Feuchtigkeit nicht besser auf als Salz. Außerdem sollte die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen gar nicht so hoch sein, dass sie für das Salz problematisch wird. Rieselhilfen halten das Salz streufähig, so dass die Reiskörner auch als mechanischer „Verklumpungsschutz“ überflüssig sind.