Hitliste der Superfoods – das Beste liegt ganz nah!

Sogenannte „Superfoods“ geistern derzeit durch Medien und Werbung. Gemeint sind Nahrungsmittel, die mit besonders vielen gesunden Nährstoffen glänzen. Eine Hitliste im Auftrag der amerikanischen Gesundheitsbehörde bewertet ihren Gesundheitsnutzen – die Kriterien sind allerdings etwas zu kurz gefasst.

Amerikanische Wissenschaftler ließen elf Vitamine, Ballaststoffe, Proteine, und die Mineralstoffe Eisen, Calcium, Kalium und Zink einschließlich ihrer Bioverfügbarkeit in ihre Berechnung der Nährstoffdichte verschiedener Nahrungspflanzen einfließen. Daraus entstand eine Rangfolge, die einige Überraschungen bereithält!

Sieger ist...

... die Brunnenkresse. Grüne Blätter sind ohnehin besonders erfolgreich im Rennen um eine herausragende Nährstoffdichte: Chinakohl, Mangold, Spinat, Chicorree, Kopfsalat und Petersilie folgen auf den nächsten Plätzen. Werden Kresse oder Petersilie allerdings lediglich als „Streudeko“ über dem Essen verteilt tragen sie trotz ihrer hohen Nährstoffdichte wenig zur Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen bei. Im Mittelfeld tummeln sich diverse Kohlsorten, Ruccola, Löwenzahn – aber auch rote Paprika und Kürbis. Unser Gemüseliebling, die Tomate, erscheint erst auf Platz 27 von 41.

Obst weit abgeschlagen

Zitrusfrüchte wie Orange und Limette sind erst am Ende der Liste zu finden, zwischen Steckrüben und Süßkartoffeln. Äpfel oder Bananen haben die Qualifikation zum “Superlebensmittel“ sogar ganz verfehlt.  Und selbst die Beerenfrüchte – welche vor allem wegen ihrer intensiv farbigen Antioxidantien (Flavone) als besonders gesund gelten, sind lediglich durch die Brombeere (Platz 38) vertreten. Die Erklärung für ihr enttäuschendes Abschneiden ist einfach: Sekundäre Pflanzenstoffe wurden bei der Untersuchung gar nicht berücksichtigt.

Allerdings enthalten pflanzliche Lebensmittel geschätzt etwa 10.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Und auch wenn noch intensiv an ihren Wirkungen geforscht wird ist sicher: viele von ihnen beeinflussen mit ihren Eigenschaften die menschliche Gesundheit. Bis sich dieser Einfluss in Zahlen fassen lässt, kann man aus der neuen Hitliste trotzdem etwas lernen: „Superfoods“ müssen nicht exotisch oder teuer sein: Auch Klassiker der deutschen Küche wie Petersilie und Sauerkraut, Spinat und Schnittlauch gehören dazu. Und wessen Lieblingsfrucht nicht auf der Liste erschient, sollte sich nicht grämen: Vielleicht wurden dessen besondere Talente schlicht nicht mitgerechnet.