Studien bestätigen: Sekundäre Pflanzenstoffe können Tumortherapie sinnvoll ergänzen

Langenfeld, Mai 2010. Sekundäre Pflanzenstoffe können eine nützliche Ergänzung bei der Therapie von Tumorpatienten darstellen. So geben neue Studien Hinweise, dass sekundäre Pflanzenstoffe auf Krebszellen eine hemmende Wirkung ausüben können.[1] Besonders die Kombination bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe können das Wachstum von Krebszellen reduzieren.[2] Zusätzlich ist die Supplementation von Mikronährstoffen wie Vitaminen und Spurenelementen für onkologische Patienten wichtig, um Mikronährstoffdefizite auszugleichen.

Sekundäre Pflanzenstoffe gewinnen zurzeit aufgrund ihres großen Anti-Tumor-Potentials in der Onkologie an Bedeutung. Im Rahmen der multi-targeting Therapie können sie einen sinnvollen Beitrag zur Krebs-behandlung leisten.

Untersuchungen1 von Sarkar et al. zeigen, dass bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe in vitro aufgrund ihrer chemoprotektiven Wirkung die Tumorentwicklung auf der Stufe der Initiation und der Promotion hemmen können. So können z.B. Indol-3-carbinol, das u.a. in Brokkoli vorkommt, und Curcumin aus der Gelbwurzel (Curcuma) die Apoptose der Krebszelle fördern.1,[3] Dabei geht man von synergistischen Effekten der verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe aus. In vitro und in vivo Studien von Somers-Edgar et al. zeigten beispielsweise, dass besonders die Kombination aus Epigallocatechingallat, das in grünem Tee vorkommt, und Curcumin eine hemmende Wirkung auf das Brustkrebswachstum haben kann.2

Gesundheitsfördernde Effekte sekundärer Pflanzenstoffe
Inzwischen liegen zahlreiche wissenschaftliche in vitro und in vivo Untersuchungen sowie erste Humanstudien zum Beispiel für die positive Wirkung von Tomaten (Carotinoide), Weintrauben (Resveratrol) und Ingwer (Gingerole) vor. Bei aktuellen Untersuchungen am Menschen konnte beispielsweise die Verringerung des Nierenkrebsrisikos unter dem Einfluss von Carotinoiden[4] und der Schutz vor einem Anstieg der PSA-Werte bei Prostatakrebs durch die Gabe von Polyphenolen aus Granatapfel gezeigt werden[5].

Ernährungsmedizinische Ergänzung der Primärtherapie durch Mikronährstoffsupplemente
Für Tumorpatienten sind Mikronährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente zudem wichtig, um einem Chemo- und Radiotherapie-induzierten Mikronährstoffdefizit entgegen zu wirken.[6] Denn ein Mangel an Mikronährstoffen kann die körpereigene Immun-kompetenz von onkologischen Patienten negativ beeinträchtigen.[7],[8],[9] Durch die Einnahme bedarfsgerecht abgestimmter Mikronährstoff-supplemente aus Vitaminen, Spurenelementen, Omega-3-Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen kann der Mikronährstoffhaushalt von Tumorpatienten verbessert und Mikronährstoffdefizite ausgeglichen werden.3,10 Die ernährungsphysiologischen Eigenschaften verschiedener Mikronährstoffe wie Zink, Selen und Vitamin C können das Immunsystem onkologischer Patienten unterstützen und stärken.[10] Weiterhin zeigt Vitamin D antiproliferative und proapoptotische Effekte auf die Tumorzelle.[11] Zudem können höhere Vitamin D Spiegel bei der Diagnosestellung mit einer verbesserten Überlebensrate assoziiert sein.[12]  Im Rahmen der Primärtherapie kann durch eine supportive ernährungs-medizinische Therapie mit Mikronährstoffen der Ernährungszustand der Tumorpatienten verbessert[13] und dem Risiko einer Tumorkachexie
entgegengewirkt werden[14]. Die nutritive Therapie trägt so dazu bei, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.[15],[16],[17]


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Foto: ©Elena Elisseeva/iStockphoto


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[1]Sarkar FH et al. Harnessing the fruits of nature for the development of multi-targeted cancer therapeutics. Cancer Treat Rev. 2009 Nov; 35(7):597-607.

[2]Somers-Edgar TJ et al. The combination of epigallocatechin gallate and curcumin suppresses ER-breast cancer cell growth in vitro and in vivo. Int J Cancer 2008;122:1966-71.

[3] Ben-Dor A et al. Effects of acyclo-Retinoic Acid and Lycopene on Activation oft he Retinoic Acid Receptor and Proliferation of Mammary Cancer Cells. Arch Biochem Biophys 2001;391:295-302.

[4] Lee JE et al. Intakes of fruit, vegetables, and carotenoids and renal cell cancer risk: a pooled analysis of 13 prospective studies. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2009;18(6): 1730-1739.

[5] Pantuck AJ et al.: Phase II study of pomegranate juice for men with rising prostate-specific anti-gen following surgery or radiation for prostate cancer. Clin Cancer Res 2006;12(13): 4018-4026.

[6]Chandra RK. Nutrition and the immune system: an introduction. Am J Clin Nutr 1997;66:460S-463S.

[7] Dardenne M. Zinc and immune function. Eur J Clin Nutr 2002;56(Suppl 3):S20-3.

[8] Chandra RK. Nutrition and the immune system: an introduction. Am J clin Nutr 1997;66:460S-463S.

[9] ArthurJR et al. Selenium in the immune system. J Nutr 2003;133(5 Suppl 1):S1457-S9.

[10] Watzl B, et al. Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln. 3. Aufl., Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2005.

[11]Chiang KC, Chen TC. Vitamin D for the prevention and treatment of pancreatic cancer. World J Gastroenterol 2009;15(27):3349-54.

[12] Ng K et al. Prospective study of predictors of vitamin D status and survival in patients with colorectal cancer. Br J Cancer 2009;101(6):916-23.

[13] Elango N et al. Enzymatic and non-enzymatic antioxidant status in stage (III) human oral sqamous cell carcinoma and treated with radical radio therapy: influence of selenium supplementation. Clin Chim Acta 2006;373:92-8.

[14]Wigmore SJ, Ross JA, Falconer JS, et al. The effect of polyunsaturated fatty acids on the progress of cachexie in patients with pancreativ cancer. Nutrition 1996:12(1Suppl):527-30.

[15] Jaakkola K et al. Treatment with antioxidant and other nutrients in combination with chemotherapy and irradiation in patients with small-cell lung cancer. Anticancer Res 1992;12:599-606.

[16] Jatoi A et al. Is voluntary vitamin and mineral supplementation associated with better outcome in non-small cell lung cancer patients? Results from the Mayo Clinic lung cancer cohort. Lung Cancer 2005a;49:77-84.

[17] Jatoi A et al. Exploring vitamin and mineral supplementation and purported clinical effects in patients with small cell lung cancer:results from the Mayo Clinic lung cancer cohort. Nutr Cancer 2005b;51:7-12.

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