Vegane und vegetarische Ernährung

Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für eine vegane oder vegetarische Ernährung. Dabei geht es längst nicht ums Essen allein, die Entscheidung basiert meist auf dem Wunsch, das Leben so gesund und nachhaltig wie möglich zu gestalten. Dabei führt eine ausgewogene Ernährungsform ohne tierische Produkte zu einer deutlich besseren Umweltbilanz, z.B. durch die Reduktion von Weide- und Zuchtflächen oder von Treibhausgasen. Man kann so ein Zeichen setzen im Engagement für einen bewussteren Umgang mit der Natur.

Ein wachsender Trend

Insgesamt hat das gestiegene Bewusstsein für den eigenen Körper, das Interesse am Erhalt der Umwelt sowie die Achtung vor der Tierwelt den Trend zu einem veganen oder vegetarischen Lebensstil über die letzten Jahre und Jahrzehnte massiv gestärkt. Der Begriff „Vegetarier“ kommt vom lateinischen „vegetus“, was so viel wie „körperlich und geistig gesund und munter“ bedeutet. Der neumodische Begriff „Veggies“ wird allgemein für Menschen verwendet, die sich fleischfrei ernähren. Allerdings gibt es unterschiedliche Arten, sich vegetarisch zu ernähren.

Ausprägungen des Vegetarismus

Ausgewogene Nährstoffversorgung – trotz Verzicht

Bei Veganern und Vegetariern stehen vor allem Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Daher sind sie mit vielen Mikronährstoffen, wie z. B. Vitamin C und Vitamin E oder Folsäure sowie sekundären Pflanzenstoffen im Allgemeinen besser versorgt als Mischköstler. 

Pflanzliche Kost enthält in der Regel mehr komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe sowie weniger Protein und Gesamtfett. Bei gleichem Volumen liefert sie meist weniger Energie als Mischkost. Die höhere Ballaststoffzufuhr sorgt zusätzlich für eine länger anhaltende Sättigung. Die Mineralstoffe Kalium und Magnesium kommen in Gemüse und Obst reichlich vor. Besonders dem Verzehr von Nüssen wird eine positive Wirkung nachgesagt, z. B. tragen Walnüsse dazu bei, die Elastizität der Blutgefäße zu verbessern. 

Dennoch birgt ein völliger Verzicht auf tierische Nahrungsmittel das Risiko einer unzureichenden Zufuhr an bestimmten Mikronährstoffen, die vorwiegend aus tierischen Quellen aufgenommen werden. In der Regel sind sich Veganer und Vegetarier dessen bewusst und kennen diese kritischen Nährstoffe sowie die Möglichkeiten der alternativen Zufuhr. Die Lebensmittelauswahl und abwechslungsreiche Zusammenstellung sowie die Auseinandersetzung mit möglichen Substituten spielen hierbei eine wichtige Rolle. 

Nährstoffe, die möglicherweise in nicht ausreichender Menge aufgenommen werden, wie Eisen , Zink , Omega-3-Fettsäuren, Jod und Vitamin D3, bei veganer Ernährung außerdem Vitamin B12 , Vitamin B2 und Calcium , können entsprechend zugeführt werden. Dafür kommen zum Teil pflanzliche Lebensmittel infrage, wie beispielsweise Hülsenfrüchte, Nüsse oder Sojaprodukte sowie die Ergänzung durch eine spezifisch zusammengesetzte Mikronährstoff-Kombination.