Bessere Knorpelqualität bei mediterraner Kost
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Bessere Knorpelqualität bei mediterraner Kost

Science Service

Halten Patienten mit Gonarthrose konsequent eine mediterrane Kost ein, so lassen sich bei ihnen – im Vergleich Patienten mit schlechterer Einhaltung – signifikant bessere Magnetresonanz-Befunde am Kniegelenksknorpel nachweisen. Bedeutsam ist bei der vorliegenden epidemiologischen Studie im Rahmen der Osteoarthritis Initiative (OAI), dass erstmals MRT-Scans als Ergebnisparameter herangezogen wurden.

Hintergrund

Bisher liegen nur wenige Studiendaten zum Zusammenhang zwischen mediterraner Kost und Arthrose vor, und die untersuchten Parameter wurden dabei zumeist röntgenologisch oder klinisch erhoben. In dieser Querschnittstudie sollte daher die Beziehung zwischen Einhaltung einer mediterranen Kost und Morphologie des Kniegelenksknorpels anhand von MRT-Scans untersucht werden.

Methoden und Ergebnisse

Die Datenbank der Osteoarthritis Initiativea (OAI, insgesamt 4.796 Arthrosepatienten bzw. Personen mit hohem Arthroserisiko) dient als Grundlage für die Studie.

Aus der Gesamtgruppe wurden 783 Patienten ausgewählt, für die

  • Daten zur Einhaltung einer mediterranen Kost (aMED-Bewertungb)
  • sowie MRT-Bilder (3D-FLASH) des Kniegelenks

vorlagen. Aufgrund der aMED-Punktwerte wurden Quartilec gebildet.

Dabei galten als besondere Marker für eine mediterrane Kost (mit hoher aMED-Bewertung):

  • Cerealien, möglichst Vollkorn (Brot, Pasta, Reis)
  • Obst, Gemüse, speziell Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen), Kartoffeln
  • Fisch, bevorzugt Meeresfisch
  • eingeschränkte Aufnahme von rotem Fleisch
  • reichliche Verwendung von Olivenöl

Nach der korrigierten linearen Regressionsanalyse entsprach jede Erhöhung des aMED-Punktwerts um 1 Standardabweichung (SD) einer signifikanten Verbesserung der Knorpelqualität. Beispielsweise fanden die Untersucher im MRT je Erhöhung um 1 SD (s. Abb.):

  • größeres Knorpelvolumen (+12%) sowie größere mittlere Knorpeldicke (+13%) an der medialen Femurkondyle
  • größere mittlere Knorpeldicke im medialen tibiofemoralen Kompartment (+12%).

Die Signifikanz dieser Veränderungen gegenüber den Befunden bei Patienten mit schlechter Einhaltung der mediterranen Kost war mit p<0,0001 bei allen 3 Knorpelregionen höchstsignifikant.

Zusammenfassung

Laut Schlussfolgerung der Autoren bestätigen die Ergebnisse die enge Verbindung zwischen strenger Einhaltung einer mediterranen Kost und signifikant größere Knorpelqualität in MRT-Kniegelenksaufnahmen. Auch nach Korrektur bezüglich wichtiger Störfaktoren weist dies auf eine bedeutende präventive Rolle dieser Kostform hin. Darüber hinaus ist noch in weiteren Studien zu klären, welche möglichen pathophysiologischen Mechanismen diesen Ergebnissen zugrunde liegen.

 

a. epidemiologische Studie der National Institutes of Health (NIH) in 4 US-Städten (Baltimore, MD; Pittsburgh, PA; Pawtucket, RI; Columbus, OH). Geschlechterverteilung: 59,8% Frauen, 40,2% Männer.
b. aMED: validiertes Instrument zur mediterranen Kost.
c. Quartile im Kollektiv: Punktwerte ≤25 (n=219), 26–28 (n=175), 29–32 (n=234) und ≥33 (n=155). Datenerfassung mit dem Ernährungsfragebogen „Block Brief 2000“ (berücksichtigt 70 Lebensmittel/Getränke)

 

Quelle

Veronese N, La Tegola L, Crepaldi G, et al. The association between the Mediterranean diet and magnetic resonance parameters for knee osteoarthritis: data from the Osteoarthritis Initiative. Clin Rheumatol 2018;37(8):2187–93.

Bildquelle: © astrosystem– Fotolia.com

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