Kunden und Mitarbeiter gewinnen – mit Storytelling

Kunden und Mitarbeiter gewinnen – mit Storytelling

Apotipps

Apple, Mercedes, Facebook – erfolgreiche Marken schreiben große Geschichten. Oder ist es andersherum: Sind Marken erfolgreich, weil sie gute Geschichten erzählen? Davon ist der britische Autor und Unternehmensberater Simon Sinek überzeugt. In seinem Weltbestseller befasst er sich mit der Methode des Storytellings und erklärt, dass jede Erfolgsgeschichte mit einer entscheidenden Frage beginnt: der Frage nach dem Warum.1

Storytelling ist aber nicht nur für international agierende Unternehmen interessant, auch Apotheken können sich mit dieser Kommunikationsstrategie von ihrer Konkurrenz abheben, neue Kunden gewinnen, bestehende Kundenbeziehungen vertiefen und vielversprechende Bewerber auf sich aufmerksam machen.

Was ist Storytelling?

Wenn Unternehmen Kundeninformationen und Werbung in emotionale Erzählungen einbinden, statt in nüchterne Datenblätter, spricht man von „Storytelling“. Dabei handelt es sich um „eine Methode, die systematisch geplant und langfristig angelegt Fakten über ein Unternehmen in Form von authentischen, emotionalen Geschichten vermittelt, die bei den wichtigen internen und externen Bezugsgruppen nachhaltig in positiver Erinnerung bleiben.“ Oder um es kurz zu sagen: Beim Storytelling werden Geschichten erzählt, die berühren. Auf diese Weise vermittelte Informationen wirken eindrücklicher als bloße Fakten, da sie andere Areale in unserem Gehirn ansprechen und uns emotional involvieren.2

Mit harten Fakten und nüchternen Zahlen lassen sich Erfolge belegen, aber keine Herzen gewinnen – weder die von Apothekenkunden, noch die von Nachwuchstalenten auf dem Arbeitsmarkt. Um sich also von der Konkurrenz abzuheben, kann Storytelling eingesetzt werden, um neben medizinischen Erfolgsfaktoren die Einzigartigkeit herauszustellen: Was macht die eigene Apotheke oder ein bestimmtes Angebot so besonders?

Storytelling in den Kinderschuhen

Der Grund, warum Storytelling in der Medizinbranche noch nicht sehr verbreitet ist, liegt in der Gesetzgebung. Bis vor einigen Jahren war beispielsweise das Werben mit echten Vorher-Nachher-Darstellungen und Krankengeschichten aus ethischen Gründen noch verboten. Heute ist es erlaubt, unter der Voraussetzung, dass die Geschichten nicht missbräuchlich, abstoßend oder irreführend sind.3 Der Pharmazeut als Mensch, die Apotheke als Unternehmen sowie Krankengeschichten dürfen heute eingesetzt werden, damit Kunden und Bewerber sich ein Bild von der Arbeit in der Offizin machen können.

Wichtig dabei ist: „Geschichten erzählen“ meint nicht, dass Apothekenchefs sich Gründungsmythen oder Krankengeschichten ausdenken sollen. Im Gegenteil: Beim Storytelling geht es um die Vermittlung des authentischen Selbst, es zählt Menschlichkeit. Diese schafft emotionale Bindung, Vertrauen und langfristige Apotheken-Kunden- bzw. Chef-Mitarbeiter-Beziehungen.

Wichtiger als das Wie: das Warum

„People don't buy what you do; they buy why you do it“, so beschreibt Simon Sinek, dass der Kern des Erfolges immer in der Frage des eigenen Antriebs liegt.1 Doch nicht nur die Motivation des Apothekers rückt beim Storytelling in den Fokus der Kommunikation. Gerade die Perspektive der Kunden eignet sich, um glaubhaft Informationen, Angebote oder Kompetenz zu vermitteln.

 

Fakten geben Sicherheit, menschliche Geschichten hingegen sorgen für emotionale Bindung und ebnen den Weg für echte Vertrauensverhältnisse. Wer beides geschickt kombiniert, wird es schaffen, Apothekenkunden und Bewerber dort zu erreichen, wo es wichtig ist: im Kopf und im Herz.

 

Jetzt in unserem Download: Checkliste – Tipps für erfolgreiches Storytelling.

 

Quellen

[1]    Sinek S. Start with why: How great leaders inspire everyone to take action. New York, NY: Portfolio Penguin; 2011.

[2]    Sabeur A. Storytelling für Pharma: Wie Präparate durch Geschichten ein Gesicht bekommen. Verfügbar unter www.coliquio-insights.de/storytelling-fuer-pharma/. [22.01.2019].

[3]    Kock S. Ärztliche Werbung im Wandel: Was darf ein Arzt wirklich? Verfügbar unter www.aerzteblatt.de/archiv/149251/Aerztliche-Werbung-im-Wandel-Was-darf-ein-Arzt-wirklich. [23.01.2019].

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