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Vitamin-D-Status hat Einfluss auf den Verlauf von COVID-19

Mit der Analyse von Patientendaten, die mit SARS-CoV-2 infiziert bzw. an COVID-19 erkrankt waren, wurde der Zusammenhang zwischen dem Serumspiegel von 25-Hydroxyvitamin D und den Effekten auf unerwünschte klinische Ergebnisse, auf Parameter der Immunfunktion sowie auf die Sterblichkeit aufgrund von COVID-19 untersucht.

Hintergrund

Die sich seit Anfang 2020 ausbreitende Pandemie mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 sorgt in allen betroffenen Ländern für eine Vielzahl von mittelschweren bis schweren Verläufen, die sich nicht allein auf die ältere Bevölkerungsgruppe oder Personen mit Vorerkrankungen beschränken.

Angesichts fehlender Impfstoffe und unzureichender Therapiemöglichkeiten werden auch Effekte der Mikronährstoffversorgung untersucht.

Die iranische Arbeitsgruppe um Zhila Maghbooli unter Beteiligung von Internisten/Endokrinologen des University Medical Centers, Boston (MA, USA) untersuchte in der vorliegenden Studie den Zusammenhang zwischen dem Serumspiegel von 25-Hydroxyvitamin D und den Effekten auf unerwünschte klinische Ergebnisse, weiterhin auf Parameter der Immunfunktion und die Sterblichkeit aufgrund von COVID-19.

Ergebnisse

Es wurden in dieser Querschnittstudie die Krankenhausdaten von 235 Patienten analysiert, die mit dem SARS-CoV-2 infiziert bzw. an COVID-19 erkrankt waren.

Nach den Kriterien der CDC (Centers of Disease Control and Prevention, USA)a wurde bei 74% der Patienten eine schwere COVID-19-Erkrankung festgestellt. Dabei zeigte sich nur bei 32,8% der Patienten ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel. Nach Korrektur im Hinblick auf Störfaktoren fand sich eine signifikante Verbindung zwischen ausreichendem Vitamin-D-Status und Verminderung des klinischen Schweregrads, der stationären Mortalität, des Serum-CRP-Spiegels bzw. ein Anstieg des prozentualen Lymphozytenanteils im Differenzialblutbild.

Die Auswertung der Mortalität bei den Patienten ergab, dass kein Patient im Alter unter 40 Jahren durch COVID-19 verstarb, dagegen aber 16,3% der Patienten mit ≥40 Jahren. Nur 9,7% der Patienten im Alter über 40 Jahre (n=206), die einen ausreichenden Vitamin-D-Status hatten, erlagen der Erkrankung gegenüber 20%, die einen 25(OH)D-Spiegel von <30 ng/ml aufwiesen. (p=0,04). Darüber hinaus verstarben nur 6,3% der Patienten im Alter über 40 Jahren, die einen 25(OH)D-Spiegel von ≥40 ng/ml aufwiesen.

 

Die signifikante Reduktion des Entzündungsmarkers CRP zusammen mit der gesteigerten Lymphozytenzahl lässt vermuten, dass die ausreichende Versorgung mit Vitamin D dazu beitragen kann, die Immunreaktion zu modulieren, indem das Risiko eines „Zytokinsturms“ bei dieser Viruserkrankung reduziert wird.

Zusammenfassung

Aus den Studienergebnissen schließen die Autoren, dass sich ein verbesserter Vitamin-D-Status in der Allgemeinbevölkerung sowie bei bestimmten stationär behandelten Patienten möglicherweise günstig auf die COVID-19-Erkrankung auswirkt: Der höhere Vitamin-D-Spiegel kann den Schweregrad der Krankheitssymptome sowie die COVID-19-bedingte Mortalität reduzieren.


a. CDC-Kriterien für den Schweregrad der Erkrankung und die Prognose: leicht bis mäßiggradige Erkrankung (leichte Atemwegssymptome und Fieber im Mittel 56 Tage nach Infektion), schwere Erkrankung (Atemnot, Atemfrequenz ≥30/min, Sauerstoffsättigung ≤93% bzw. Lungeninfiltration in >50% der Lungen innerhalb von 24–48 Stunden) und kritische Erkrankung (Atemversagen, septischer Schock bzw. Multiorganversagen).

Patienten mit zumindest 2 Komplikationen, darunter akutes Atemnotsyndrom (ARDS), akute Herzschädigung, akute Nierenschädigung oder akute Leberschädigung, haben nach der Definition ein Multiorganversagen. Hypoxie liegt bei einer arteriellen Sauerstoffsättigung von unter 90% vor. In der Datenanalyse wurden die „schweren“ und „kritischen“ Fälle gemeinsam als „schwer“ eingestuft.


Quelle

Maghbooli Z, Sahraian MA, Ebrahimi M, et al. Vitamin D sufficiency, a serum 25-hydroxyvitamin D at least 30 ng/mL reduced risk for adverse clinical outcomes in patients with COVID-19 infection. PLoS ONE 2020;15(9):e0239799.


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