Essen, das der
Seele gut tut

Essen kann glücklich machen. Wie es das tut, haben kürzlich amerikanische Wissenschaftler gezeigt. Sie untersuchten die Wirkung von „Comfort Food“ – Essen, auf das man zurückkommt, wenn man Unterstützung und Trost braucht.

Im ersten Experiment diente Hühnersuppe mit Nudeln als Testgericht. Wer diese als Comfort Food ansah, fand in einem Sprachtest nach einem Teller Suppe mehr beziehungsbezogene Wörter als jemand, der keine Suppe bekommen hatte oder sie nicht besonders mochte. Comfort Food aktiviert also Bereiche im Gehirn, die für zwischenmenschliche Beziehungen zuständig sind. Dabei, so zeigte das zweite Experiment, mildert es vor allem das Gefühl der Einsamkeit. Wer in einer Vereinsamungssituation an ein persönliches Comfort Food dachte, fühlte sich danach besser als derjenige, der allgemein an Essen gedacht hatte – zumindest, wenn er die Gesellschaft anderer grundsätzlich als angenehm empfand.

Comfort Food wirkt also in erster Linie tröstlich, indem es Erinnerungen an vertraute Bezugspersonen und damit ein Gefühl von Geborgenheit weckt. Damit ruft es, quasi stellvertretend, das Gefühl ihrer Anwesenheit hervor und mildert das Gefühl des Alleinseins. Das funktioniert nach dem Prinzip des Embodiments: Körperliche Empfindungen werden durch wiederholte Erfahrungen fest mit bestimmten Vorstellungen verknüpft. Hühnersuppe ist dafür ein gutes Beispiel. Als beliebtes Hausmittel bei fiebrigen Infekten ist sie für viele schon von klein auf mit dem Gefühl liebevoller Zuwendung verknüpft.