Autofahren mit Heuschnupfen
so schlimm wie 0,5 Promille

Schnupfen, Niesen, tränende Augen, Husten, Atembeschwerden, aber auch Schlafstörungen oder Kopfschmerzen - die Palette der Beschwerden, mit denen sich Pollenallergiker herumplagen, ist lang. Eine Untersuchung aus den Niederlanden hat gezeigt, dass sich dies auch auf die Fahrtüchtigkeit der Betroffenen auswirkt. Wenn die Symptome nicht durch eine entsprechende Behandlung angegangen werden, ist die Fahrtüchtigkeit so stark herabgesetzt, als hätten die Fahrer 0,5 Promille Alkohol im Blut. 

Einziger Trost dabei ist, dass man, wenn man mit Heuschnupfen am Steuer „erwischt“ wird, keine Ordnungswidrigkeit begangen hat. Es drohen also weder Geldbußen, noch Fahrverbote oder Punkte. Auch liegt das Unfallrisiko, trotz der 0,5 Promille-Analogie, nicht so hoch, wie bei entsprechendem tatsächlichen Alkoholkonsum. Gemäß der Aussage einer Versicherungsgesellschaft erhöht sich das Risiko für einen Unfall bei unbehandeltem Heuschnupfen um bis zu dreißig Prozent. Bei einem echten Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille läge es fast doppelt so hoch. Und wenn es kracht, zahlt bei demjenigen, der sich angetrunken hinter das Steuer gesetzt hat, die Autoversicherung oft nicht. In dieser Hinsicht können Allergiker also aufatmen.

Obgleich sich zwei Drittel der Pollenallergiker durch ihre Beschwerden beeinträchtigt fühlen, setzt sich mehr als die Hälfte von ihnen dennoch hinters Lenkrad, so das Ergebnis einer Umfrage. Das können sie unbelastet tun, wenn sie die grundsätzlichen Tipps, ihre Beschwerden adäquat zu behandeln, zum Vordermann ausreichend Abstand einzuhalten, die Fenster geschlossen zu halten, die Lüftung auf Umluft zu stellen und den Pollenfilter regelmäßig auszutauschen, umsetzen.

Bild: © Markus Mainka / fotolia