Wann nach Verletzungen
wieder trainiert werden darf

Fragt man Mutti, würde die wohl raten, nach einer Verletzung mit dem Training erst wieder zu beginnen, wenn alles vollständig auskuriert ist. Nun zeigten aber Untersuchungen an Schleudertraumapatienten, dass eine strikte Ruhigstellung den Zeitraum bis zur vollständigen Genesung im Vergleich zu einem moderaten Bewegungstraining verlängert statt verkürzt. Gymnastik und Kältekissen statt Halskrause heißt es also.

Auch bei einem Bänderriss im Sprunggelenk, der selbst nach 3 Jahren vielen Betroffenen noch Schmerzen bereitet, haben Sportmediziner festgestellt, dass eine frühe Mobilisierung den Wiedereinstieg in Job oder Sport erleichtert; auch die Zahl der Spätfolgen, wie eine Instabilität des Gelenks oder eine Schwellneigung, sei geringer. An die unterschiedlichen Phasen der Heilung sollte die Belastung angepasst sein und in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt Schritt für Schritt gesteigert werden.

Bei einem einfachen Umknicken lautet ebenfalls die Devise, auf seinen Körper zu hören. Solange Schmerzen oder Schwellungen bestehen, ist das Training tabu, danach sollte es nur langsam wieder gesteigert werden. Haben die Bänder noch nicht wieder ihre ursprüngliche Spannung zurück, ist das Gelenk noch instabil und ein weiteres Umknicken droht. Ähnliches gilt für Knieverletzungen, auch hier sollte das Lauftraining nur langsam gesteigert und vorsichtig mit einem Wechsel aus Gehen und Joggen begonnen werden. Sport soll schließlich zum Wohlbefinden beitragen, also sollte man sich auch die Zeit zum Auskurieren nehmen, die der Körper braucht. Für den Trainingsaufbau sollte man sich von ehrgeizigen Vorstellungen verabschieden und sich auch keine zeitlichen Ziele setzen.