Schau mir in die Augen

Sucht man einen Augenarzt auf, so doch zumeist wegen einer Kontrolle der Sehschärfe oder einer Augenerkrankung. Aber es lohnt sich, seine Augen auch ohne konkrete Beschwerden im Blick zu behalten.

Positive Zeichen sind eine unverändert scharfe Sehstärke ohne Doppelbilder, keine schwarzen Flecken im Blickfeld, frei bewegliche Augäpfel, eine ungetrübte Iris und eine saubere weiße Lederhaut (so nennt man das Weiße um die Iris herum) ohne weiße Kringel. Auch sollten die Augen nicht tränen oder schmerzen und keine Adern aufgeplatzt sein. Die Bindehaut sollte nicht auffallend gerötet sein.

Dabei ist eine Gelbfärbung der Augen selbst für Laien ein sicheres Zeichen für eine Gelbsucht der Leber und auffallend hervortretende Augäpfel sind ein Indiz für die Basedow-Krankheit, eine Schilddrüsenerkrankung. Doch auch Diabetes, Rheuma, Multiple Sklerose, hoher Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen manifestieren sich durch bestimmte Anzeichen auch am Auge. Mit spezieller Ausstattung und Lampen kann der Augenarzt aber auch Krankheiten anhand des Augenbefunds erkennen, die nicht auf Anhieb sichtbar sind. So deutet eine ringförmig verfärbte Struktur am Hornhautrand auf spezielle Lebererkrankungen hin. Derzeit noch in der Erprobung ist die Alzheimer-Frühdiagnostik anhand von Eiweißablagerungen im Auge.

Heilpraktiker gehen sogar noch einen Schritt weiter und sind sich sicher, anhand der Zeichen im Auge generellen Aufschluss über den „energetischen“ Zustand des Körpers, seinen Stoffwechsel und die Gesundheit der Organe gewinnen zu können. Der „Blick in die Seele“ hingegen scheint über die Augen vergleichsweise schwer möglich. Die Binsenweisheit, dass Lügner sich über eine bestimmte Augenbewegung verraten, wurde von britischen Forschern jedenfalls inzwischen ins Reich der Märchen verwiesen.