Spermien freuen sich über
gesundheitsbewusstes Verhalten

Britische Forscher sind der Frage nachgegangen, inwieweit bestimmte Gewohnheiten Einfluss auf die Anzahl und Form der Spermien nehmen. Vorherige Untersuchungen hatten gezeigt, dass deformierte Spermien nicht so effizient schwimmen können und deshalb mit geringerer Wahrscheinlichkeit bis zu ihrem Ziel gelangen. An der Untersuchung nahmen knapp 2000 Männer teil, die alle mindestens 18 Jahre alt waren und bereits seit über 12 Monaten erfolglos versucht hatten, mit ihrer Partnerin ein Kind zu zeugen. Von den Testpersonen wurde das Ejakulat untersucht, zudem füllten sie selbstständig einen Fragebogen zu ihren Lebensgewohnheiten aus.

Dabei fiel den Wissenschaftlern auf, dass die Quote der Cannabiskonsumenten in der Gruppe mit besonders vielen abnorm geformten Spermien doppelt so hoch lag. Zudem wurde die Qualität der Spermien durch die sommerlichen Temperaturen (Juni bis August) negativ beeinflusst.

Ein weiteres interessantes Ergebnis brachte die Untersuchung eines deutsch-dänischen Teams von Wissenschaftlern: hormonähnliche Chemikalien, wie sie sich in vielen Kunststoffen als Weichmacher, in Sonnencreme als UV-Filter oder selbst in Zahnpasta finden lassen, wurden in einem Reagenzglas in relativ niedriger Dosierung zusammen mit zuvor gesunden Spermien gemischt. Dabei zeigte sich, dass die Substanzen den Spermien das Gefühl vermittelten, bereits in der Eizelle angekommen zu sein. Als Folge warfen die Spermien ihre Schwimmgeißel ab – weiteres Fortkommen unmöglich.

Die Ergebnisse der Untersuchungen tragen mit zur Erklärung bei, warum die Qualität der Spermien unter den europäischen Männern seit Jahren abnimmt und können Wege zur Behandlung eröffnen. So zeigen Untersuchungen, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung, welche die Versorgung mit Mikronährstoffen, also Vitaminen, Spurenelementen etc. sicherstellt, die Anzahl der Spermien, ihre Beweglichkeit und Form positiv beeinflussen kann.

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