Der richtige Zeitpunkt
für die Rückbildung

Häufig kommt bereits im Krankenhaus eine Schwester oder Hebamme zu den Wöchnerinnen und weist diese in die ersten Übungen ein, selbst dann, wenn diese durch Damm- oder Kaiserschnitt zusätzlich in ihrer normalen Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind. Viel zu früh, sagen Experten, denn die Muskulatur sei zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Hormone grundsätzlich noch nicht für ein Training bereit. Ist das Baby noch sehr jung, ist es organisatorisch zudem oft notwendig, einen Rückbildungskurs aufzusuchen, bei dem man das Baby mitbringen kann. Erfahrungen zeigen jedoch, dass viele Mütter dann kaum zum Mitturnen kommen, weil sie vom Kind abgelenkt werden. Dass sie sich die verpassten Übungen gewissenhaft daheim selbst erarbeiten, ist nicht unbedingt gegeben, zudem bei neuen Übungen die Rückmeldung durch die erfahrene Hebamme fehlt.

Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Kurs nur dann, wenn man innerhalb von vier Monaten nach der Geburt seines Kindes mit der Rückbildungsgymnastik beginnt. Zeichnet sich also ein späterer Beginn ab, z.B. wegen noch bestehender Einschränkungen durch die Geburt, sollte man sich rechtzeitig bei seiner Kasse nach den Fristen erkundigen.

Die Rückbildungsgymnastik ist die Voraussetzung dafür, dass sich die durch Schwangerschaft und Geburt strapazierten Muskeln, Sehnen und Bänder wieder effektiv „zurückbilden“ können. Geschieht dies nicht, kann dies zu dauerhaft schwachen Rumpf-und Beckenbodenmuskeln führen, die zu Beschwerden oder einer unschön geformten Körpermitte führen können. Emotional fördert eine gut durchgeführte und ernsthaft betriebene Rückbildungsgymnastik zudem zu ein verbessertes Körpergefühl und ein verbessertes Selbstbewusstsein. Damit die Übungen nachhaltig wirken, müssen sie mehrmals die Woche selbständig wiederholt werden.