Frieren ist ansteckend

Mit einem entsprechenden Experiment zeigten englische Wissenschaftler, dass unser Mitgefühl sich tatsächlich auf den Körper auswirkt. Sie ließen ihre Studienteilnehmer Videos sehen, in denen Mitmenschen ihre Hände in Eiswasser tauchten und maßen die Handtemperatur der Zuschauer. Tatsächlich fröstelten diese mit. 

Wenn wir frieren, drosselt der Körper die Durchblutung exponierter Körperteile – wie etwa von Ohren, Fingern oder der Nase – damit nicht so viel Wärme verloren geht und die inneren Organe auf Betriebstemperatur bleiben. So entstehen die bekannten „Eisfüße“. Wenn das nicht ausreicht, beginnen die Muskeln zu zittern, um Wärme zu erzeugen.

Bevor das große Schlottern einsetzt und sich die Nase wie ein Eiszapfen anfühlt: schnell ins Warme! Schnupfenvieren können sich in einer kalten Nase besser vermehren und schlechter vom Immunsystem bekämpft werden. In einer entsprechenden Studie  hatten sie es bei einer normalen Körpertemperatur von 37°C viel schwerer als bei ausgekühlten 33° C (die in einem ausgekühlten „Gesichtserker“ durchaus erreicht werden).

Als mentale Heizdecke funktioniert die menschliche Empathie übrigens leider nicht: Die Handtemperatur der Versuchsteilnehmer reagierte nicht auf die Präsentation von Warmwasserbädern. Gegen kalte Ohren hilft daher leider kein Video vom letzten Badeurlaub, Schal und Mütze bleiben unverzichtbar.

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