Macht Bildung kurzsichtig?

Im Rahmen der Gutenberg Gesundheitsstudie fanden Wissenschaftler der Universität Mainz eine direkte Korrelation zwischen der Anzahl der Schuljahre bzw. dem Bildungsniveau und der Häufigkeit, mit der die 4.600 Studienteilnehmer kurzsichtig waren. Unter den Hochschulabsolventen waren stolze 53 Prozent kurzsichtig – das Klischee vom bebrillten Professor ist also durchaus wirklichkeitsnah.

Kurzsichtigkeit oder Myopie, so der Fachausdruck, hat weltweit stark zugenommen. Lebensstilfaktoren spielen dabei eine größere Rolle als die erbliche Veranlagung. Sogenannte „Naharbeiten“, wie Lesen oder Computerarbeit, fördern ihre Entstehung. Die Autoren der Mainzer Studie empfehlen vor allem Schülern und Studenten, mehr Zeit im Freien zu verbringen – und zwar nicht mit einem Buch vor der Nase! Studien aus Dänemark und Asien haben gezeigt, dass der Aufenthalt von wenigstens 15 Stunden pro Woche im Tageslicht, zum Beispiel beim Sport, eine gewisse Schutzwirkung haben.

Wer in Schule, Studium und Beruf viele Stunden vor Bildschirmen oder Büchern verbringt, sollte versuchen, seinen Augen in der Freizeit eine Pause zu verschaffen: Computerspiele, die Beschäftigung mit dem Smartphone oder Fernsehen sind keine Erholung für die Augen. Gesünder ist eine Runde an der frischen Luft – für den ganzen Körper, bis hin zum Augapfel.

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