„Müsli“ für Fische

Einer der beliebtesten Speisefische ist Lachs. Er ist lecker, grätenarm und gesund. Außerdem ist er ein Raubfisch. Und das bedeutet: Der Lachs frisst andere Fische. Wird er in Aquakultur gehalten, benötigt man bis zu 5 Kilo Wildfisch um ein Kilo Lachs zu produzieren. Aus kleineren Fischarten wie Sardinen wird Fischmehl gewonnen, das anschließend als Kraftfutter für die Zuchtlachse verwendet wird. Besonders nachhaltig ist das nicht. 

Deshalb sollen Raubfische in der Aquakultur jetzt Vegetarier werden. Das erfordert allerdings Fingerspitzengefühl und viel Forschung. 

In Norwegen wird erfolgreich mit Futter aus Sojabohnen gezüchtet, ein gewisser Anteil an Wildfisch muss aber beigemischt werden. Eine Kieler Firma hat ein Kreislaufsystem mit Miesmuscheln entwickelt: Die Muscheln fressen die Ausscheidungen der Fische aus der Aquakultur und werden anschließend an diese verfüttert. Das ist zwar nicht „vegetarisch“ kommt aber den Ernähurngsgewohnheiten der Raubfische sehr nahe. In Schweden experimentiert man mit Proteinfutter aus Pilzmycel, das auf Abfällen der Papierindustrie wächst. 

Unabhängig von den Fortschritten in Sachen Ökologie möchten Veganer und viele Vegetarier aus Tierschutzgründen komplett auf Meeresfisch – und seinen Gehalt an essentiellen Fettsäuren wie DHA (Docosahexaensäure) – verzichten. Glücklicherweise  stehen auch pflanzliche Lebensmittel (wie Leinöl, bestimmte Algen und daraus gewonnene Supplemente) zur Verfügung, um den Bedarf zu decken. 

Bild: © Alexander Raths/fotolia