Süßer Zahn ist angeboren

Woher kommt unser „süßer Zahn“? Menschen schmecken Süßes unterschiedlich intensiv. Für andere Geschmacksempfindungen (etwa bitter oder scharf) sind die genetischen Unterschiede und ihr Einfluss auf den Geschmackssinn bereits gut untersucht. Wissenschaftler aus Philadelphia wollten wissen, ob wir auch die Leidenschaft für Süßes erben. In einer Studie mit ein- und zweieiigen Zwillingspaaren testeten sie, wie diese süße Lösungen mit Zuckern und Süßstoffen empfanden. 30 Prozent der Unterschiede ließen sich genetisch erklären, während die Rolle der Umgebung (also auch der in der Kindheit verputzten Zuckermenge) keinen nennenswerten Effekt zeigte. 

Warum Menschen Süßes so unterschiedlich stark wahrnehmen, ist damit nicht abschließend geklärt. Die Forscher möchten nun nach weiteren Einflussfaktoren suchen, die im Zusammenwirken mit unserer genetischen Ausstattung festlegen, wie viel Zucker wir mögen. In der Studie zeigt sich auch der bereits bekannte Effekt, dass Kinder und Jugendliche Süßes besonders stark schmecken. Mit jedem Lebensjahr zwischen 12 und 26 nahm die Intensität der süßen Geschmacksempfindung ab. Mit anderen Worten: Kleine Naschkatzen brauchen weniger Zucker, damit alles „schön süß“ ist. Und selbst wenn der Zuckerverbrauch sich nicht auf die Geschmacksbildung auswirken sollte: Weniger Zucker für Kinder ist in jedem Fall eine gute Idee!

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