Total auf der Rolle – Ein neues
Trainingsgerät macht Furore

Die Faszienforschung ist noch relativ jung – bis vor wenigen Jahren wurden die damit bezeichneten kollagenen Bindegewebsschichten von der Forschung ein wenig stiefmütterlich behandelt. Unter Faszien versteht man das zusammenhängende Netz aus Bindegewebe, welche Muskeln und Gelenke verbinden und Organe umschließen. Der Anschaulichkeit halber kann man sich die weißen Häute einer Orange vorstellen.  

Gute Erfahrungen mit sanften Massageformen, die auf das Bindegewebe zielen, gibt es schon lange. Bereits in den 50er Jahren wurde das „Rolfing“ als Behandlungsform – vor allem bei Rückenbeschwerden- erfunden. Bisher gab es für die Effekte allerdings keine wissenschaftliche Erklärung. Neue Verfahren zeigen, dass die Faszien eine wichtige Rolle im Bewegungsapparat spielen, wie auch bei der Entstehung von Schmerzen. Dr. Robert Schleip von der Faszienforschungsgruppe  der Abteilung für Neurophysiology an der Universität Ulm hofft, dass die Forschung in diesem Bereich in Zukunft auch die Erfolge anderer Behandlungsmethoden, wie etwa Akupunktur erklären könnte – und so von eher schwammigen Theorien oder esoterischen Hilfskonstruktionen befreit. 

Die Übungen mit der Schaumstoffrolle nutzen die Schwerkraft und das eigene Körpergewicht, um das Bindegewebe zu massieren. Auch Dr. Schleip rät zur Massagerolle: "Die Faszien werden wie ein Schwamm ausgedrückt und transportieren dabei auch Stoffwechselprodukte und Lymphe ab", schreibt er. Nach Anleitung können die Übungen mit der tollen Rolle auch zuhause durchgeführt werden. Wer den neuesten Trend im Präventions – und Reha-Sport ausprobieren will, findet etwa bei Youtube passende Anleitungen – aber auch Kurse in physiotherapeutischen Praxen. 

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