Warum Versalzenes so
abscheulich schmeckt

Meerwasser löst Abscheu aus – und wird reflexartig ausgespuckt. Einzelne Salzkörner auf der Zunge (wie etwa bei Salzgebäck) empfinden wir dagegen als lecker. Forscher haben jetzt herausgefunden, wie sich der Körper vor Versalzenem schützt: Geschmackszellen, die normalerweise auf bitteren Geschmack reagieren und solche, die sonst die Geschmacksrichtung sauer an das Gehirn melden, schlagen bei hohen Salzkonzentrationen unabhängig voneinander Alarm . Die Wissenschaftler blockierten an Labormäusen die entsprechenden Signalwege für „bitter“ und „sauer“  - und siehe da: den Mäusen schmeckte Salzwasser plötzlich gut. Solange nur einer der beiden Wege unterbrochen war, löste die Salzbrühe weiter Abscheu aus. Es handelt sich also um eine Art Doppel-Alarm, der zwei bereits existierende Wege nutzt, um den Körper zu warnen.

Die Forscher haben auch schon eine Idee, warum Salz trotzdem nicht bitter oder sauer schmeckt: Diese Geschmacksempfindungen entstehen nämlich durch das Zusammenspiel von Sensoren, die einerseits auf Säure und andererseits auf positiv geladenen Teilchen reagieren. Salz löst nur bei letzteren eine Reaktion aus. Die Vermutung liegt nahe, dass der Geschmack bei uns Menschen ähnlich funktioniert wie bei den Mäusen. 

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