Apfelschorle hilft bei leichten
Magen-Darm-Infekten

Die Forscher beobachteten über 600 Kinder zwischen einem halben und fünf Jahren im Rahmen ihrer Studie. Die Patienten waren wegen Erbrechen und / oder Durchfall in der Notaufnahme einer kanadischen Kinderklinik vorgestellt worden. Eine Hälfte der Kinder erhielt eine Mischung aus Apfelsaft und Wasser im Verhältnis 1:1 – also eine recht „gehaltvolle“ Apfelschorle. Die andere Hälfte wurde mit Glucose-Elektrolytlösung behandelt, die mit Apfelaroma versetzt worden war.

Den Kindern wurden zuerst in der Klinik zwei Liter Flüssigkeit gegeben, danach durften sie nach Hause. Die Apfelschorlen-Gruppe sollte dort trinken, was den jungen Patienten beliebte (auch zuckerhaltige Limonade oder Milch), die andere Gruppe blieb bei Elektrolytlösung.

Die Ärzte stellten fest, dass mit der (leicht salzig schmeckenden) Glucose-Lösung ein Viertel der Kinder erneut behandelt werden musste (z.B. mit einer Infusion oder ungeplanten Arztbesuchen), während in der Apfelschorlen-Gruppe nur bei 17 Prozent der Kinder Komplikationen auftraten. Besonders deutlich zeigte sich die Überlegenheit der Apfelschorle bei den Kindern über zwei Jahren.

Anhaltender Durchfall bei Babys und Kleinkindern muss ärztliche überwacht werden, je eher, desto kleiner das Kind ist. Um den Flüssigkeitsverlust bei Magen-Darm-Erkrankungen auszugleichen, ist es offenbar sinnvoll, die Getränke den kindlichen Vorlieben anzupassen, frei nach dem Motto: Lieber ein Saft, der getrunken wird, als eine Elektrolytlösung, die stehen bleibt. Das dürfte auch zur Stressreduktion in der kindlichen Krankenpflege beitragen: Eltern, die anstelle metallisch-schmeckender Glucoselösung „nur“ süße Apfelschorle in das Kind bekommen, dürfen dies nach dieser Studie mit gutem Gewissen tun.  

Bild: © tverdohlib / Fotolia.com