Ernten statt jäten

Mehr Unkraut auf den Teller

Für die Gesundheit bergen die Wildkräuter neben vielen sekundären Pflanzenstoffen vor allem reichlich Vitamin C und Mineralstoffe wie Kalium oder Eisen. Allerdings sollte man sich einigermaßen sicher sein, das richtige Gewächs auf dem Teller zu haben. Einige Wildgemüse haben durchaus giftige Doppelgänger. Giersch kann mit Hundspetersilie oder dem gefleckten Schierling verwechselt werden. Wer unsicher ist, lässt sich im Rahmen einer Kräuterwanderung in die Welt der Wildkräuter einweisen. Eine preiswerte Bestimmungshilfe ist die Broschüre  "Essbare Wildkräuter erkennen und bestimmen" des  Landesbundes für Vogelschutz in Bayern. Rezepte gibt es beispielsweise unter www.chefkoch.de

Wilde Küche

So kann beispielsweise Melde als milder Spinatersatz gekocht werden. Junge Blätter machen auch roh in Salat, Kräuterbutter oder -quark eine gute Figur. Einst wurde Melde bei uns als Gemüse angebaut, heute findet man sie auf Schuttplätzen und Ackerbrachen. Bekannter (und beim ambitionierten Gärtner gefürchtet) ist der Giersch. Seine unterirdischen Wurzeln sind schwer zu bekämpfen. Dafür ist er eine Bereicherung für die Küche: Zarte, junge Blätter können als Salat  direkt auf den Tisch und geben frischem Pesto eine besondere Note. Giersch nimmt es auch nicht übel, erhitzt zu werden, darum ist er auch als Füllung für Pfannkuchen oder Maultaschen verwendbar – und wächst ständig nach!

Die weißen Dolden des Wiesenkerbels wiegen sich an Ackerrändern und Gräben oft massenhaft im Wind. Sowohl die Blätter als auch Stiele und geschlossene Blüten sind essbar und haben ein erdiges, intensives Aroma zwischen Petersilie und Möhre. 

Der kleine Wiesenknopf ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Frankfurter grünen Soße – und deshalb im Bereich um Offenbach eine lokale Berühmtheit. Andernorts wird er selten als das erkannt, was er ist: ein Würzkraut mit einem überraschenden Geschmack zwischen Salatgurke und Walnuss. Damit er sein Aroma behält, gehört er allerdings erst am Ende der Garzeit in den Topf.  Ein ähnlich zartes Pflänzchen ist die Vogelmiere mit ihren weißen Blütensternen – ein häufiger „ungebetener“ Bewohner von Beeten und Balkonkübeln. Sie kann wie Petersilie verwendet oder als grasgrüne Salsa verarbeitet werden, die besonders zu Spargel schmeckt. 

Nach dem Motto „essen statt ärgern“ wartet eine ertragreiche Unkraut-Ernte!

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