Gelenkverschleiß: Forschung
für frühere Diagnosen

Arthrose lässt sich nicht heilen. Für bestehende Gelenkschäden gibt es keine Therapie, die die Zeit zurückdrehen könnte.  Desto wichtiger ist eine frühe Diagnose, um spätere Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten. Bisher wird vor allem mit bildgebenden Verfahren (wie etwa Röntgen) untersucht. Diese machen Gelenkschäden aber erst in einem relativ fortgeschrittenen Stadium sichtbar. Außerdem lässt sich anhand der Röntgenbilder bisher nur schwer vorhersagen, wie sich die Krankheit weiter entwickelt und ob eine Behandlung nötig wird.

Weil Arthrose zu den großen Volkskrankheiten gehört, wird auf dem Gebiet besonders intensiv geforscht. Und es gibt Erfolge: So fanden Wissenschaftler heraus, dass im kranken Gelenk Kopien bestimmter Erbgutschnipsel (MikroRNA) besonders häufig vorkommen. Diese kleinen Gebilde spielen bei der Regulation des Knorpelstoffwechsels eine wichtige Rolle. Gerät ihre Konzentration aus dem Gleichgewicht, ist das ein Hinweis auf frühe Stadien des Gelenkverschleißes – lange bevor dieser zu Beschwerden führt.

Andere Arbeitsgruppen konnten zeigen, dass die Erbinformation in betroffenen Gelenken schneller „altert“. Damit ist Folgendes gemeint: Gewisse Anhängsel  (sogenannte Telomere) des genetischen Bauplans, den jede Zelle in sich trägt, sind in krankem Gewebe extrem verkürzt.

Solche Veränderungen können im Labor nachgewiesen werden. So könnten sie in Zukunft schon frühe Stadien der Arthrose zeigen. Welche Diagnosemethoden sich in Zukunft durchsetzen werden, ist allerdings noch nicht sicher – und wird auch vom Preis der Untersuchung abhängen. Eine weitere vielversprechende – und kostengünstige -  Möglichkeit scheint zu sein, Knorpelabbauprodukte im Urin nachzuweisen.

Für Betroffene könnte nach der Früherkennung solcher Risikofaktoren ein Präventionsprogramm anlaufen,  in dem Bewegung und Ernährung die Hauptrolle spielen dürften. Beides ist für die Gesundheit der Gelenke entscheidend. 

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