Guter Schlaf als
Diabetes-Schutz

Ungesunde Ernährung, Übergewicht und genetische Veranlagung sind so genannte Risikofaktoren für Diabetes. Aber auch die Schlafdauer hat einen Einfluss: Je kürzer die Nächte, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Regulation des Blutzuckerspiegels aus dem Ruder läuft. Schlafmangel schwächt die Wirkung des körpereigenen Hormons Insulin auf die Körperzellen, man spricht von einer Insulinresistenz.

Bisher kannte man den Zusammenhang hauptsächlich aus der rückblickenden Analyse bestehender Daten. Daraus lassen sich aber meist keine Erkenntnisse über die Ursachen der Diabetesentstehung ableiten. Dass Schlafmangel und Insulinresistenz statistisch oft gemeinsam auftreten heißt noch nicht, dass zu wenig Schlaf der Auslöser für die Abweichungen ist.

Jetzt haben Forscher gezielt Versuche durchgeführt, um den Einfluss kurzer Nächte auf den Stoffwechsel zu untersuchen. Sowohl bei Versuchstieren als auch bei gesunden Probanden waren die Veränderungen schon nach einzelnen Nächten mit weniger als 5 Stunden Schlaf messbar. Beispielsweise erhöhte sich im Blut der Kurzschläfer die Konzentration bestimmter Fettsäuren, die sich auf den Zuckerstoffwechsel auswirken. Noch bis weit in den Morgen hinein reagierten die Zellen der Versuchsteilnehmer schwächer auf Insulin. Daraufhin wurde entsprechend mehr Insulin ausgeschüttet, um den Blutzucker einzustellen.

Die Untersuchungen liefern wertvolle Erkenntnisse und werfen gleichzeitig viele neue Fragen auf. So könnten für die Reaktion des Körpers die verschiedenen Schlafphasen eine Rolle spielen, aber auch das Geschlecht oder Alter der Studienteilnehmer. Solche Einflussfaktoren werden in weiteren Studien betrachtet.

Sicher ist, dass schlechter Schlaf nicht nur der Gehirnfunktion am nächsten Morgen schadet, sondern auch tief in die Regulation des Stoffwechsels eingreift. Bevor Sie sich jetzt aus gesundheitlichen Gründen zum Langschläfer wandeln, sei noch erwähnt, dass die Analyse der Beobachtungsstudien auch bei besonders langem Nachtschlaf ein erhöhtes Diabetes-Typ-2-Risiko ergab. Nach den bisherigen Erkenntnissen sind 7-8 Stunden Nachtschlaf statistisch mit dem geringsten Risiko für Diabetes und Übergewicht verbunden.

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