Katarakt: Gibt es bald
Tropfen statt Laser?

Eine trübe Linse ist eine klassische Alterserscheinung: Jeder zweite 70-Jährige leidet an der sogenannten Katarakt. Hierzulande kann die Linse in einer Routineoperation gegen eine neue, klare Linse getauscht werden. Diese Operation wird in Deutschland 600.000 Mal im Jahr durchgeführt. In Entwicklungsländern ist sie aber oft unerschwinglich, so dass immer noch Menschen am Katarakt erblinden.

Im gesunden Auge helfen zwei Eiweiße dabei, die Linsenstruktur stabil zu halten. Sie verhindern, dass Eiweiße der Linse verklumpen und so die Sehkraft behindern. Mit steigendem Alter können diese beiden Helfereiweiße ihre Funktion verlieren. Die Forscher haben nun ein spezielles Molekül gefunden, das die beiden Eiweiße stabilisiert. Im Experiment an Mäusen mit grauem Star konnte es sogar eine bereits bestehende Linsentrübung teilweise rückgängig machen. 

Auch an menschlichen Augenlinsen, die bei Katarakt-Operationen entfernt worden waren, zeigten die Tropfen eine Wirkung.  Im nächsten Schritt müssen sie nun am lebenden Patienten untersucht werden. Während für deutsche Patienten die Behandlung damit angenehmer und einfacher werden könnte, wäre das neue Verfahren für Menschen in ärmeren Regionen die einzige Hoffnung, ihr Augenlicht zu behalten. 

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