Mikronährstoffbedarf –
Wer braucht wie viel?

Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, und Spurenelemente, aber auch bestimmte Fettsäuren und die große Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe sind unverzichtbarer Bestandteil einer gesunden Ernährung und werden auch in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Was aber ist genau nötig für eine optimale Mikronährstoffversorgung? Leidet in Deutschland überhaupt noch jemand an Vitaminmangel? Und kann man Mikronährstoffe „überdosieren“?

Der Mikronährstoffbedarf ist individuell verschieden

Jedem leuchtet sofort ein, dass der Lebensstil den Kalorienbedarf beeinflusst: Ein Hochleistungssportler verbrennt mehr als ein Büroangestellter und ein 15jähriger verbraucht mehr Energie als seine 80-jährige Großmutter. Auch beim Mikronährstoffbedarf sind der Lebensstil, aber auch andere Faktoren wie chronische Krankheiten oder besondere Lebenssituationen (wie etwa Schwangerschaft und Stillzeit) mitbestimmend für den Bedarf an Mikronährstoffen, die häufig auch als Vitalstoffe bezeichnet werden. Bestimmte Personen sind besonders von einer schlechten Mineralstoff- und Vitaminversorgung bedroht:

Risikogruppen für mikronährstoff-Defizite

  • Menschen, die eine Diät zur Gewichtsreduktion einhalten oder aus anderen Gründen nur wenig essen (z.B. wegen schlechten Appetites im Alter)
  • Menschen mit extrem einseitigen Ernährungsgewohnheiten, z.B. viel Fast Food oder „Frutarier“, die aus ideologische Gründen nur wenige Nahrungsmittel essen
  • Raucher
  • Menschen mit hohem Alkoholkonsum
  • Menschen mit Verdauungsstörungen 
  • Veganer 
  • Patienten, die regelmäßig bestimmte Arzneimittel einnehmen müssen (z.B. Cortison oder einige Antibiotika)
  • Menschen, die sich selten in der Sonne aufhalten, riskieren einen Vitamin-D-Mangel 

Trotz Lebensmittelvielfalt erreichen viele Männer und Frauen nicht die empfohlenen Referenzwerte für die Vitamin- und Mikronährstoffaufnahme (Anteil in %; Nationale Verzehrstudie II, 2008).


Deckt die Ernährung alles ab?

Theoretisch können gesunde Menschen ohne besonderen Bedarf  Ihre Versorgung mit Mikronährstoffen durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung decken. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen dazu 400 g Gemüse und 250 g Obst am Tag zu essen, außerdem ein bis zweimal  in der Woche Fisch zu verzehren (wichtig für die Jod-Aufnahme!) und Vollkornprodukte zu bevorzugen. Große staatliche Untersuchungen zur Ernährung der Bevölkerung in Deutschland zeigen allerdings, dass 87 Prozent der Befragten die geforderte Gemüsemenge nicht erreichen. 59 Prozent schaffen nicht einmal das Obst und 16 Prozent der Studienteilnehmer hatten schon einen ganzen Monat keinen Fisch mehr auf dem Teller. Dabei sind gerade Obst und Gemüse wichtige Lieferanten für Vitalstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Da verwundert es auch nicht, dass sehr viele Menschen die Referenzwerte für die Mikronährstoffzufuhr nicht erreichen. (siehe Grafik). Auch wenn daraus nicht immer ein klinischer Vitaminmangel entstehen muss, hat eine schlechte Versorgung mit Vitalstoffen Einfluss auf viele Prozesse im Körper – Von der Immunabwehr bis zur Stimmungslage.

Kann man Mikronährstoffe überdosieren?

Schon Paracelsus sagte: Die Dosis macht das Gift. Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte der Mikronährstoffbedarf berücksichtigt werden. Eine gute Beratung beim Arzt oder in der Apotheke hilft dabei. Wissenswert ist: Die schon erwähnten Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr entsprechen den Mengen, die empfohlen werden, um Vitaminmangel und daraus entstehende Krankheiten wie Skorbut oder Rachitis zu vermeiden und den Körper gesund zu erhalten. Sie gelten ausdrücklich nicht für „die Versorgung von Kranken und Rekonvaleszenten, sie sind nicht ausreichend (außer Jod), um entleerte Speicher aufzufüllen, gelten nicht bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie für Personen, die durch Genussgifte (Alkohol) oder Medikamenteneinnahme belastet sind“. Für Schwangere und Stillende kommen sie auch nicht zur Anwendung. Es kann also in bestimmten Situationen durchaus sinnvoll sein, mehr als den empfohlenen Referenzwert einzunehmen. Zwischen dem (Mindest-)Tagesbedarf und der sicheren Höchstgrenze liegt häufig eine sehr große Spanne. Eine ausgewogene Dosierung  für verschiedene Bedarfssituationen erfordert viel Fachwissen und Sorgfalt. Darauf legen wir bei Orthomol besonderen Wert.