Geschwächtes Immunsystem - Ursachen einer schwachen Immunabwehr

Ursachen für ein geschwächtes Immunsystem

Unser Immunsystem ist stets im Einsatz und muss dabei Höchstleistungen vollbringen. Wenn die Belastungen aber zu groß werden, kann der Rundumschutz auch mal Schwächen zeigen. Lesen Sie hier mehr über die Faktoren, die das Immunsystem unter Druck setzen.

Schlafmangel

Schlafmangel ist ein Stressfaktor für den Körper und belastet auf Dauer das Immunsystem. Zusätzlich ist der Schlaf unverzichtbar, um tagsüber gesammelte Daten über Krankheitskeime in den Langzeitspeicher des Abwehrsystems zu überführen. Bestimmte Hormone, die die Weitergabe der Informationen von kurzlebigen Immunzellen zu langlebigen T-Zellen vermitteln, werden erst im Tiefschlaf frei. Die T-Zellen sind sozusagen das Langzeitgedächtnis der Immunabwehr und die Basis für die spezifische Immunabwehr.

Müde Abwehr

Passend dazu konnten Forscher in San Francisco zeigen: Kurze Nächte machen es Erkältungsviren besonders leicht. Im Versuch ließen sich 164 Freiwillige mit Schnupfenviren „bedampfen“. Das Ergebnis war beeindruckend: Wer laut Schlafmesser am Handgelenk in der Woche zuvor weniger als 5 Stunden pro Nacht geschlafen hatte, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit krank. Fast die Hälfte dieser Probanden infizierte sich mit einer Erkältung. Mehr als 7 Stunden Schlaf schützten immerhin 80 Prozent der Versuchsteilnehmer vor einer Ansteckung.

Dauerstress

Stress oder psychische Belastungen lösen im Körper einen Alarmzustand aus, auf den auch das Immunsystem reagiert. Das ist grundsätzlich eine sinnvolle Anpassung an besondere Herausforderungen. Chronischer Stress dagegen belastet die Abwehrsystem des Körpers. Das Immunsystem reagiert wie bei jeder Gefahrenmeldung: mit einer Entzündung. Sobald die Ursache für das Alarmsignal behoben ist, müsste die Immunreaktion eigentlich heruntergeregelt werden. Bei Daueralarm kann stattdessen ein gefährlicher Schwelbrand entstehen. Solche chronischen Entzündungen können im Körper an verschiedenen Stellen Schaden anrichten und das Immunsystem überfordern.

Versorgungslücken

Sie patrouillieren und kontrollieren, fressen Erreger, teilen sich und produzieren Armeen von Antikörpern: Die Zellen des Immunsystems sind hochaktiv im täglichen Kampf gegen Millionen von Erregern. Da Immunzellen einen höheren Umsatz als viele andere Zellen haben, sind sie auf eine gute Versorgung angewiesen. Verschiedene Mikronährstoffe sind nötig, damit die zahlreichen Prozesse im Rahmen der Immunreaktion ablaufen können. Fehlen einzelne Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente, die für die Immunfunktion eine Bedeutung haben, kann die Abwehrreaktion beeinträchtigt sein, es werden weniger Immunzellen gebildet. Neben gravierenden Ernährungsdefiziten wie sie zum Beispiel bei verschiedenen Erkrankungen, in der Rekonvaleszenz oder nach Operationen auftreten können, behindert auch eine unausgewogene Ernährungsweise auf Dauer die Leistungsfähigkeit des Immunsystems.

Ungünstige Fette

Gesättigte Fette belasten das Immunsystem. So fördern gesättigte Fettsäuren Entzündungsprozesse und täuschen bestimmten Zellen der frühen Immunabwehr eine Bakterieninvasion vor. Das bringt die Immunantwort durcheinander und kann die Bekämpfung echter Krankheitserreger behindern. Auch das darmeigene Immunsystem reagiert auf den Fettgehalt der Nahrung: Die Art und Menge der verfügbaren Fettsäuren entscheidet mit über die Zusammensetzung der Mikrobengemeinschaft im Darm.

Gedrückte Stimmung

Personen mit eher negativen Gefühlen reagierten in Studien schlechter auf die Grippeimpfung und bildeten weniger Antikörper. Bei anderen Untersuchungen infizierten sich Testpersonen, die in Fragebögen gedrückte Stimmung oder hohe Stressbelastung zu Protokoll gaben, häufiger mit Schnupfenvieren und zeigten schlimmere Symptome – unabhängig vom verwendeten Virusstamm. Diese Zusammenhänge galten aber auch im Positiven: Wer sich von seinen Mitmenschen gut unterstützt fühlte, wurde bei einem ähnlichen Experiment seltener krank und zeigte schwächere Symptome. Oder anders ausgedrückt: Liebe stärkt das Immunsystem.

Das Alter

So wie die Haut im Alter zunehmend ihre Regenerationsfähigkeit verliert, so lassen mit den Jahren auch die Organ- und Zellfunktionen nach. Unser Immunsystem ist davon ebenfalls betroffen. Beispielsweise produziert das Knochenmark im Alter immer weniger Abwehrzellen. Dadurch kann das Immunsystem an Leistungsfähigkeit einbüßen. Diese Alterungsprozesse sind vielschichtig: In der Folge können Erreger und veränderte Körperzellen nicht mehr konsequent bekämpft werden. Eine Unterstützung des Immunsystems ist jetzt besonders wichtig.

Kälte

Erkältung kommt von Kälte. Tatsächlich wird unser Immunsystem leichter von „Schnupfen“-Viren überwunden, wenn wir zu sehr auskühlen. In einer kalten Nase beispielsweise funktionieren verschiedene Mechanismen der unspezifischen Immunabwehr schlechter als bei unserer üblichen Körpertemperatur um 37 °C. Frieren ist nicht nur ein unangenehmes Gefühl, es belastet auch Abwehrkräfte.

Genussgifte

Es ist allgemein bekannt, dass Zigarettenrauch und Alkohol die Immunfunktion beeinträchtigen (und an vielen anderen Stellen im Körper Schaden anrichten können), sollte inzwischen Allgemeinwissen sein. Nikotin stört beispielsweise die Funktion bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozyten), die Teil der angeborenen Immunabwehr sind.

Virenfreundliches Raumklima

Effektives Lüften ist wichtig, sollte jedoch bei sehr niedrigen Außentemperaturen nur kurz, aber effizient erfolgen. Kalte Luft kann wenig Feuchtigkeit speichern. Das Ergebnis ist trockene Raumluft, die sich anschließend mit Hilfe der Heizung schnell erwärmt und weiter austrocknet: eine perfekte „Wüstensimulation“. Damit hat das Immunsystem gleich mehrere Probleme. Erstens können Viren in trockener Heizungsluft länger überleben. Zweitens leiden die Schleimhäute, die eine wichtige Funktion bei der Abwehr von Krankheitserregern haben. Und drittens reagieren Teile der Abwehr auf das trockene Klima mit der Produktion von Botenstoffen, die Entzündungen fördern. Zimmerpflanzen sorgen für einen gewissen Ausgleich, zusätzlich können Wasserschalen auf der Heizung oder ein feuchtes Handtuch die relative Luftfeuchtigkeit anheben. Von Luftbefeuchtern raten die meisten Experten aber ab - sie können sich bei Wartungsfehlern schnell selbst zu Keimschleudern entwickeln.

Umweltschadstoffe

Die Feinstaubkonzentration in den eigenen vier Wänden wurde bisher kaum diskutiert. Fakt ist: Selbst in Nichtraucherhaushalten reichern sich durch Kochen, Öfen und Kerzenfeuer teils erheblich mehr feine Partikel an als die Grenzwerte für Innenstädte erlauben würden. Untersuchungen zeigen, dass in Zeiten hoher Feinstaubbelastung die Anzahl der Infektionskrankheiten überproportional ansteigt. Offenbar wird das Immunsystem durch schlechte Luftqualität akut belastet. Im eigenen Wohnzimmer kann man die Bedingungen für das Immunsystem verbessern, indem man regelmäßig ausreichend lüftet. Draußen lässt sich die Belastung des Immunsystems durch Umweltschadstoffe schlechter vermeiden.
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