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Gesund einkaufen – trotz Sehbehinderung?

Sehbehinderte ernähren sich im Durchschnitt etwas schlechter als Normalsehende. Student:innen der Hochschule Neubrandenburg haben untersucht, was den Betroffenen schon beim Einkauf helfen könnte, eine gesündere Wahl zu treffen.  

Waren, die als „Sonderplatzierung“ im Laufweg stehen, Produkte, die nicht immer am gleichen Standort zu finden sind und Beschriftungen, die sich nicht um Barrierefreiheit bemühen – für blinde und sehbehinderte Menschen hält der Supermarkt reichlich Herausforderungen bereit.  Das erschwert offenbar eine gesunde Ernährung: In dem studentischen Forschungsprojekt erreichte nur eine von 26 sehbehinderten Teilnehmenden gute Werte bei der Ernährungsqualität. Die Hälfte der Proband:innen war außerdem übergewichtig.  

Begleitung gewünscht

Drei Viertel der Befragten brauchen Hilfe beim Einkaufen von Lebensmitteln, vor allem beim Auffinden von Waren. Auch das Lesen von Preisen und Produktinformationen war für einige der Betroffenen eine Herausforderung, 30 Prozent berichteten hier von Schwierigkeiten. Eine ähnlich große Zahl nutzt inzwischen Apps, die Texte vorlesen können. Das hilft aber nur, wenn der Preis auch auf dem Lebensmittel angebracht ist. Die Mehrzahl der Befragten wünscht sich eine Einkaufsbegleitung durch Mitarbeitende des Geschäftes, beispielsweise nach Anmeldung. Außerdem wichtig: barrierefreie Wege und scannbare Produktinformationen. 

Etwa die Hälfte der Befragten gab zu Protokoll, dass eine gesundheitsfördernde Ernährung einen hohen Stellenwert habe. Die Nachwuchsforscher:innen kommen in ihrer Analyse zu dem Ergebnis, dass eine steigende Zahl sehbehinderter Menschen (geschätzt etwa 1,2 Millionen in Deutschland) besondere Unterstützung braucht, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Neben technischen Innovationen bleibt auf absehbare Zeit menschliche Unterstützung nötig und ist auch erwünscht: Immerhin 11 Prozent gaben an, sich auch von anderen Kund:innen Hilfe geholt zu haben, während 19 Prozent direkt mit einem Partner oder einer Partnerin einkaufen gingen. Eine ausgewogene Ernährung mit einer ausreichenden Mikronährstoffzufuhr kann die Entstehung und Entwicklung verschiedener Augenerkrankungen, etwa der altersabhängigen Makuladegeneration und des Glaukoms, beeinflussen.