Sehprobleme und Sehschwächen - Arten von Augenerkrankungen
Sehkraft in Jugend und Alter erhalten
Sehprobleme - Brille, Augenschmerzen

Sehprobleme und Sehschwächen

Arten von Augenerkrankungen

Kurz-, Weit- oder Alterssichtigkeit, grauer Star (Katarakt) und grüner Star (Glaukom) sowie altersbedingte Makuladegeneration (AMD) – Sehstörungen und Augenkrankheiten sind heute keine Seltenheit. Wie wird das Sehvermögen beurteilt? Welche Sehstörungen gibt es? Was sind Anzeichen von Augenkrankheiten? Und wie kann man sich am besten davor schützen? Informieren Sie sich hier.

Junge Erwachsene haben weniger Sehprobleme

Das Sehvermögen oder die Sehleistung einer Person wird in Prozent angegeben. Beim Augenarzt wird das Sehvermögen durch den Sehtest bestimmt. Dabei werden Symbole, Zahlen oder Buchstaben in Reihen mit unterschiedlicher Größe auf einem Bildschirm dargestellt. Je kleiner die Symbole, die man gerade noch erkennt, desto besser ist das Sehvermögen. Medizinisch wird das Sehvermögen als Visus bezeichnet. Ein Visus von 1,0 entspricht einem Sehvermögen von 100 % und bedeutet, dass man im Abstand von 5 Metern ein 1,5 mm großes Objekt erkennen kann. Eine Sehleistung unter 100 % kann in der Regel durch eine Brille ausgeglichen werden.
Hohes Sehvermögen in der Jugend nimmt mit dem Alter tendenziell ab

Alterssichtigkeit: Wenn das Auge natürlich altert

Früher oder später macht jeder diese Erfahrung: Das Lesen von Kleingedrucktem bereitet zunehmend Schwierigkeiten. Ab dem Alter von 45 Jahren nimmt die Elastizität der Augenlinse ab, was dazu führt, dass man schlechter auf den Nahbereich scharfstellen kann. Es handelt es sich dabei um einen natürlichen Alterungsprozess, der medizinisch als Alterssichtigkeit bezeichnet wird. Mithilfe einer Lesebrille lässt sich die Alterssichtigkeit problemlos ausgleichen. Die Stärke der Brille muss mit zunehmender Alterssichtigkeit angepasst werden. Wenn zuvor bereits eine Kurzsichtigkeit bestand, wird häufig eine Gleitsichtbrille notwendig. Auch wenn es sich bei der Alterssichtigkeit um einen natürlichen Alterungsprozess handelt, sollten Sie den Augenarzt aufsuchen, falls Sie bemerken, dass Sie Sehprobleme haben. Denn es könnte auch eine Augenkrankheit dahinterstecken und dann gilt: Je früher erkannt, desto leichter gebannt.
Altersweitsicht - natürlicher Alterungsprozess des Auges ab ca. 45 Jahren

Sehstörungen sind häufig: Jeder zweite Erwachsene braucht eine Brille

Wenn das Sehvermögen weniger als 100 % beträgt, wird dies als Sehschwäche oder Sehstörung bezeichnet. In Deutschland benötigt etwa jeder 2. Erwachsene eine Brille zum Ausgleich einer Sehschwäche. Dabei kann es sich um Kurz- oder Weitsichtigkeit oder um eine Hornhautverkrümmung handeln. Das Ausmaß der Sehschwäche wird in Dioptrien angegeben. Bei Kurzsichtigkeit werden Objekte in der Ferne unscharf gesehen, da der Augapfel zu lang ist. Dagegen ist der Augapfel bei weitsichtigen Menschen zu kurz, dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Lesen und Erkennen von Objekten im Nahbereich. Neben Kurz- und Weitsichtigkeit ist die Hornhautverkrümmung eine häufige Sehstörung, die meist angeboren ist. Die Hornhaut ist dabei unregelmäßig gekrümmt, so dass ein verzerrtes Bild entsteht. Ob Kurz-, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung – Sehschwächen können durch Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Inzwischen ist auch eine dauerhafte Korrektur der Augenlinse mit Hilfe der sogenannten refraktiven Chirurgie möglich. Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Refraktive Chirurgie.
Bildfokussierung auf der Netzhaut: bei Kurz- und Weitsichtigkeit gestört
Bei der Weitsichtigkeit ist der Augapfel zu kurz, bei der Kurzsichtigkeit dagegen zu lang. Beide Formen der Sehstörungen lassen sich durch Brille oder Kontaktlinsen ausgleichen.

Augenkrankheiten: Trüber Blick trotz Brille

Wenn älteren Menschen auffällt, dass sie schlecht sehen können, ist der erste Gedanke: „Ich brauche eine neue Brille“. Manchmal kann aber auch eine Augenkrankheit dahinterstecken. Daher ist der regelmäßige jährliche Besuch beim Augenarzt wichtig. Denn je früher eine Augenkrankheit erkannt wird, desto besser lässt sich diese behandeln. Augenkrankheiten schränken das Sehvermögen in unterschiedlicher Weise ein.
Augengesundheit ist im Straßenverkehr unabdingbar

Anzeichen der häufigsten Augenkrankheiten im Alter sind:

Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Beim Lesen oder Erkennen von Bildern wird die Mitte des Sichtfeldes unscharf.

Grauer Star (Katarakt)

Die Sicht ist getrübt und verschleiert wie beim Blick durch eine Milchglasscheibe.

Grauer Star - Sehen wie durch die Milchglasscheibe

Grüner Star (Glaukom)

Blinde Flecken treten zunächst am Rand des Gesichtsfeldes auf – später auch in der Mitte.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die Ursache jeder 2. Erblindung!

Die Makula ist die Stelle der Netzhaut, die uns das scharfe Sehen ermöglicht. Dort sind die Sehsinneszellen am dichtesten gepackt. Ausgerechnet dieser nur wenige Millimeter große Fleck ist bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) betroffen. Denn dieses Leistungszentrum des Auges weist einen besonders regen Stoffwechsel auf. Dadurch entstehen ständig Abfallprodukte, die entsorgt werden müssen. Sobald die Entsorgung mit zunehmendem Alter nicht mehr optimal funktioniert, lagern sich Abbauprodukte in der Netzhaut ab. Die Folge sind Sehstörungen bis hin zur Erblindung. In Deutschland ist jeder fünfte ab 65 Jahren von einer Frühform der AMD betroffen und jede zweite Erblindung ist auf AMD zurückzuführen.
Fokussierung beim gesunden Auge - Beispiel Bogensport

AMD durch Ernährung bremsen

In welchem Alter die Krankheit beginnt und wie schnell sie voranschreitet, daran sind viele beeinflussbare Faktoren beteiligt. Neben regelmäßigen Kontrollen beim Augenarzt, können Sie selber einiges tun, um die Sehkraft zu unterstützen. Denn die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass vor allem eine gesunde Ernährung sowie Vitamine und andere Mikronährstoffe für den Erhalt des Augenlichtes eine zentrale Rolle spielen können.

Ältere Augen benötigen Vitamine und Mikronährstoffe

Jeder zweite ab 75 Jahren leidet am grauen Star (Katarakt)

Beim grauen Star, medizinisch als Katarakt bezeichnet, trübt sich die ursprünglich klare Augenlinse langsam ein. Dies ist darin begründet, dass bestimmte Stoffwechselprozesse, die für die Regeneration der Linse sorgen, im Alter nicht mehr ausreichend funktionieren. Die Betroffenen klagen über eine erhöhte Blendeempfindlichkeit und auch das Farbsehen und die benötigte Brillenstärke können sich verändern. Ab dem Alter von 75 Jahren sind etwa 40 % der Männer und 50 % der Frauen von einem Katarakt betroffen. Ohne Behandlung schreitet dabei die Trübung der Linse immer weiter voran bis zur völligen Blindheit.
Grauer Star oder Katarakt - Symbolbild

Klare Sicht bei einem Katarakt - Dank Kunststofflinse

Die Behandlungsmöglichkeit des Kataraktes ist die Operation. Dabei handelt es sich um einen Routine-Eingriff, der allein in Deutschland 700.000-mal jährlich erfolgt und damit zu den häufigsten Operationen überhaupt gehört. Der ambulante Eingriff dauert in der Regel nur etwa 15-20 Minuten. Dabei wird das Auge durch einen kleinen Schnitt geöffnet und die trübe Linse durch eine künstliche Linse aus Kunststoff ersetzt. Bereits am Tag nach der Operation tritt eine Verbesserung der Sicht ein. Allerdings dauert es etwa 6 Wochen, bis das Auge die endgültige Sehstärke erreicht. Dabei kann es sogar sein, dass dann nur noch eine Lesebrille für den Nahbereich notwendig ist.
Grauer Star - Symbolbild: schlechte Sicht durch verregnete Scheibe

Beim grünen Star (Glaukom) ist der Sehnerv betroffen

Es gibt mehrere unterschiedliche Formen des Glaukoms, der umgangssprachlich auch als grüner Star bezeichnet wird. Allen Formen gemeinsam ist, dass der Sehnerv nach und nach unwiederbringlich geschädigt wird. Dadurch kommt es zum fortschreitenden Verlust des Augenlichts bis hin zur vollständigen Erblindung. Das Glaukom ist nach der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) die zweithäufigste Ursache für eine Erblindung in Deutschland. Die Früherkennung des Glaukoms ist im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig. In Deutschland sind etwa 1 Millionen Menschen von einem Glaukom betroffen. Die Häufigkeit des Glaukoms steigt mit dem Alter an. Von den Menschen über 75 Jahren haben etwa 8 % ein Glaukom.
Sehnerv-Erkrankung Glaukom/Grüner Star (Symbolbild)

Das Auge gerät unter Druck

Als wichtigste Ursache des Glaukoms gilt ein zu hoher Augeninnendruck. Der hohe Druck allein verursacht jedoch keine Beschwerden und kann daher nur im Rahmen einer Vorsorge-Untersuchung beim Augenarzt festgestellt werden. Ähnlich wie ein hoher Blutdruck allein nicht immer zum Schlaganfall führt, so entsteht nicht immer ein Glaukom aus einem erhöhten Augeninnendruck, aber das Risiko wird deutlich erhöht. Insbesondere wenn zusätzliche Risikofaktoren vorliegen, sind Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt wichtig.

Erhöhter Augeninnendruck kann im Alter zu Glaukom führen (Symbolbild)

Glaukom - Sechs Risikofaktoren

Neben einem erhöhten Augeninnendruck gibt es u.a. folgende weitere Risikofaktoren:

  • Familienangehörige mit Glaukom
  • Hohes Alter
  • Diabetes
  • Starke Kurzsichtigkeit (mehr als 5 Dioptrien)
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Missbildungen oder Operationen am Auge

Glaukom-Früherkennung beim Augenarzt ist wichtig!

Das Gehirn gleicht das eingeschränkte Sichtfeld beim Glaukom zunächst durch das jeweils gesunde Auge aus, so dass die Betroffenen lange Zeit weder Beschwerden noch Schmerzen bemerken. Wenn der Patient das Glaukom selbst bemerkt, indem sich blinde Flecke im Sichtfeld immer weiter ausbreiten, ist die Krankheit in der Regel schon weit fortgeschritten. Daher ist die Früherkennung durch den Augenarzt beim Glaukom wichtig. Denn einmal aufgetretene Schäden sind nicht umkehrbar, aber durch eine Therapie kann das Fortschreiten des Glaukoms gebremst werden. Der Verband der Augenärzte empfiehlt daher ab dem 40. Lebensjahr alle 2 Jahre eine ärztliche Vorsorge zur Glaukom-Früherkennung.

Augengesundheit früh fördern mit Vorsorgeuntersuchungen (Symbolbild)

Früherkennung - Was wird da untersucht?

Im Rahmen der Früherkennung nimmt der Augenarzt folgende Untersuchungen vor:

  • Prüfung des Sehvermögens und des Sichtfeldes
  • Messung des Augeninnendrucks
  • Beurteilung des Sehnervs
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