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Einfluss der Ernährung auf das Mikrobiom von Sportler:innen

Sportler:innen müssen bei ihrer Ernährung nicht nur die unmittelbaren Effekte verschiedener Nährstoffe auf ihren Körper im Blick haben – sondern auch deren Einfluss auf das Mikrobiom, wie neue Studien nahelegen. Was bedeutet das für ihren Ernährungsplan?

Ehrgeizige Sportler:innen passen ihre Ernährung an die Erfordernisse ihrer Sportart an. Über den richtigen Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme verschiedener Makronährstoffe und eine gute Mikronährstoffversorgung im Sport gibt es daher umfassende Erkenntnisse. Neuerdings beschäftigen sich Wissenschaftler:innen auch speziell mit dem Einfluss der Ernährung auf das Mikrobiom von Sportler:innen. In einer aktuellen Übersichtsarbeit haben Forschende von der Universität Illinois die bisherigen Ergebnisse verschiedener Studien zum Thema wissenschaftlich zusammenfasst.

 

Deutliche Effekte auf die Leistungsfähigkeit

Wenig überraschend sind Hinweise, dass die Zusammensetzung der Makronährstoffe Auswirkungen auf die Vielfalt des Mikrobioms hat. Proteinreiche Ernährung beispielsweise scheint die erwünschte Vielfalt der Bakterienstämme nicht zu begünstigen. Diäten mit einem hohen Anteil an (gesättigten) Fetten fördern Bakterienarten, die entzündliche Prozesse befeuern und auch leicht verfügbare Kohlenhydrate ohne Ballaststoffe beeinflussen das Mikrobiom negativ. Förderlich war dagegen ein hoher Ballaststoffverzehr – sowohl für die Zusammensetzung der Bakterienarten als auch für deren Produktion erwünschter Stoffwechselprodukte. Das widerspricht allerdings manchem Ernährungsplan, der lieber „leicht verfügbare“ Energie und Bausteine bereitstellen möchte.

Das Fazit der Autor:innen lautet: "Der Verzehr angemessener Ballaststoffmengen, vielfältiger Proteinquellen, die Betonung ungesättigter Fettsäuren - speziell Omega-3-Fettsäuren - und zusätzlich die Einnahme von Pre-, Pro- und Postbiotika zeige vielversprechende Ergebnisse zur Optimierung der Gesundheit und Performance von Sportler:innen."

 

Bakterielle Geheimwaffe für Marathonläufer:innen?

Es ist natürlich verlockend, nach Bakterienstämmen zu suchen, die die Leistung von Athlet:innen fördern könnten. Bei Marathonläufer:innen wurde beispielsweise eine Bakteriengattung (Veillonella) gefunden, die bei untrainierten Menschen seltener vorkommt. Die Theorie dazu: Während eines langen Laufes wird im Körper des/der Sportler:in Laktat gebildet, Veillonella kann es zur Energiegewinnung nutzen und produziert Propionat, das wiederum die Muskelfunktion fördert. Ein Mäuseexperiment stützt die These, dass Läufer:innen und Bakterien sich in diesem Fall gegenseitig unterstützen. Bis zu einer praktischen Anwendung dieser Erkenntnisse oder bis zu konkreten Empfehlungen ist allerdings noch viel Forschung zu leisten.

 

Dysbalancen ausgleichen

Grundsätzlich gilt für Sportler:innen wie für alle anderen auch: Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung pflegt das Mikrobiom und trägt damit nicht nur zur Gesundheit des ganzen Körpers, sondern auch zur Leistungsfähigkeit bei. Wenn Wettkampf und Training Kompromisse bei der Ernährung fordern, kann es sinnvoll sein, Dysbalancen der Mikrobengemeinschaft mit ausgewählten Darmsymbionten auszugleichen.