Ausgerechnet in der Rush-Hour ihres Lebens werden viele Frauen ausgebremst. Statt neuer Energie und Zufriedenheit über das schon Erreichte können sich Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen breitmachen. Um nicht völlig von den Wechseljahren überrumpelt zu werden, hilft es zu verstehen, was während dieser Phase, dem sogenannten Klimakterium, mit dem weiblichen Körper passiert. Daher haben wir Dir die wichtigsten Fakten und Tipps zum Thema Wechseljahre zusammengestellt.
Was sind die Wechseljahre?
Der Name Wechseljahre deutet bereits an, dass sich irgendetwas wandelt. Und genauso ist es auch. Die Wechseljahre, medizinisch als Klimakterium bezeichnet, beschreiben nämlich eine Phase der hormonellen Veränderungen im Körper. Damit sind sie keine Erkrankung, sondern ein natürlicher Prozess, den jede Frau früher oder später durchläuft.
Hierzulande befinden sich ca. 9 Millionen Frauen in den Wechseljahren. Rund 3/4 davon sind von leichten bis starken Wechseljahresbeschwerden betroffen. Nur ein Viertel der Frauen verspürt keinerlei störende psychische oder körperliche Veränderungen.
Beginn: Ab wann können die Wechseljahre anfangen?
Der Beginn der Wechseljahre ist nicht vorhersehbar und individuell recht unterschiedlich. Die meisten Frauen durchleben die hormonelle Umstellung zwischen ihrem 45. und 55. Lebensjahr, aber auch ein früherer oder späterer Beginn ist möglich.
Häufig werden die Wechseljahre anfangs gar nicht bemerkt oder die ersten subtilen Symptome wie Schlafstörungen oder Konzentrationsprobleme als Zeichen von Stress und Überlastung gedeutet.
Physiologisch gesehen beginnen die Wechseljahre dann, wenn sich der Vorrat an Eizellen langsam dem Ende zuneigt. Wie schnell der Alterungsprozess der Eierstöcke voranschreitet, wird u. a. durch unsere Gene, Hormone und Umweltfaktoren beeinflusst. Starke Raucherinnen beispielsweise scheinen das Klimakterium früher zu durchlaufen als Nichtraucherinnen.
Erste Anzeichen der Wechseljahre
Anders als manch eine:r es vielleicht vermutet, äußert sich das Klimakterium nicht ausschließlich durch Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Im Gegenteil. Gerade zu Beginn der Wechseljahre gibt es durchaus andere Beschwerden. Als erste Anzeichen werden neben einer Veränderung der Zykluslänge häufig folgende Symptome beobachtet:
- Schlafprobleme
- Gereiztheit und Stimmungsschwankungen
- Energie- und Antriebslosigkeit
- Empfindlichkeit und Anschwellen der Brüste
- Verstärkte prämenstruelle Symptome wie Kopf- und Periodenschmerzen
Dauer: Wie lange gehen die Wechseljahre?
Genau wie der Beginn der Wechseljahre ist auch die Dauer der hormonellen Umstellung von Frau zu Frau sehr verschieden. Manche betrachten die Phase bereits nach wenigen Monaten als abgeschlossen, während andere mehr als zehn Jahre lang mit Wechseljahresbeschwerden zu kämpfen haben. Experten gehen davon aus, dass sich die durchschnittliche Dauer auf fünf bis acht Jahre beläuft. Interessanterweise scheint eine Frau, die eher in die Wechseljahre eingetreten ist, länger an typischen Beschwerden zu leiden, als eine Frau, bei der das Klimakterium erst später begonnen hat.
Verlauf: Die 4 Phasen der Wechseljahre
Als Teil des natürlichen Alterungsprozesses nimmt auch die Funktion der Eierstöcke ab. Der Zyklus wird unregelmäßig und bleibt letztlich aus. Anschließend dauert es meist noch ein paar Jahre, bis die hormonellen Umstellungen vollständig abgeschlossen sind. Insgesamt werden die Wechseljahre in vier verschiedene Phasen unterteilt: die Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Die Übergänge der einzelnen Abschnitte sind meist fließend und der Verlauf jeder Phase individuell verschieden.
Prämenopause
Als Prämenopause werden die fruchtbaren Jahre vor den Wechseljahren bezeichnet. Zum Ende dieser Phase, etwa mit Anfang bis Mitte 40, sind im Eierstock erste Veränderungen der Hormonproduktion messbar. Insbesondere das Hormon Progesteron, welches zu den Gestagenen zählt, sinkt ab, während das Östrogen weitestgehend konstant bleibt. Durch diese veränderte Hormonproduktion kann es vereinzelt Zyklusunregelmäßigkeiten oder ersten Anzeichen wie Stimmungsschwankungen oder Brustschmerzen kommen. Die Wechseljahre kündigen sich an.
Perimenopause
Die Perimenopause beschreibt den Zeitraum „um die letzte Menstruation herum“ und läutet die Wechseljahre ein. Die Progesteronproduktion lässt nun weiter nach, da es immer seltener zum Eisprung kommt. Auch das Östrogen sinkt allmählich ab. Allerdings ist der Rückgang des Östrogens keinesfalls gleichmäßig. Vielmehr sind die Östrogenspiegel, vor allem in der frühen Perimenopause, stark schwankend. Zum Ende der Perimenopause nimmt die Östrogenproduktion ab und der Östrogenspiegel sinkt. In der Folge treten vermehrt typische Wechseljahresbeschwerden auf.
Menopause
Als Menopause bezeichnet man den Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Sie wird rückwirkend nach dem Ausbleiben der Periode über zwölf Monate bestimmt und definiert das Ende der fruchtbaren Lebensphase. Im Durchschnitt erreichen Frauen im Alter von 51 Jahren die Menopause.
Postmenopause
Die Postmenopause kennzeichnet den letzten Abschnitt der Wechseljahre. Die Konzentration der Hormone Östrogen und Progesteron ist nun auf konstant niedrigem Niveau angekommen und der Körper passt sich allmählich an die neue Situation an. Dadurch lassen auch häufige Beschwerden der Wechseljahre immer mehr nach und verschwinden schließlich ganz. Spätestens ab jetzt ist eine gesunde Lebensweise und ausgewogene Ernährung besonders wichtig, denn mit dem Mangel an Östrogen steigt das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen an.
Hormonelle Umstellung in den Wechseljahren
Während der fruchtbaren Jahre regulieren verschiedene Hormone in einem fein abgestimmten Zusammenspiel den weiblichen Zyklus. In der ersten Phase des allmonatlichen Rhythmus stimuliert das Hormon FSH (Follikel-stimulierendes Hormon), das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird, die Reifung der Follikel (Eibläschen). Während die Follikel heranwachsen, produzieren sie mehr und mehr Östrogen, welches dafür sorgt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet.
Nach dem Eisprung wandelt sich der Follikel in den sogenannten Gelbkörper um. Dieser produziert das Hormon Progesteron (Gestagen), das die Gebärmutter ebenfalls auf eine mögliche Ei-Einnistung vorbereitet. Tritt keine Schwangerschaft ein, geht der Gelbkörper zugrunde. Die Östrogen- und Progesteronspiegel sinken, die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen und die Menstruation setzt ein.
Während der Wechseljahre gerät die feine Koordination der Hormone ins Stocken, sodass es allmählich zu Zyklusunregelmäßigkeiten kommt. Dies liegt vor allem daran, dass die Funktion der Eierstöcke nachlässt und sie weniger sensibel auf das Hormon FSH reagieren. Die Hirnanhangdrüse reagiert mit der Freisetzung größerer FSH-Mengen, um doch noch eine Follikelreifung zu erreichen. Ist der Prozess angestoßen, erfolgt das Wachstum der Follikel meist schneller und stärker, so dass es kurzfristig zu einem Östrogenüberschuss kommt. Fallen die hohen Östrogenspiegel dann wieder ab, kann es zu den typischen Beschwerden wie Hitzewallungen oder Nachtschweiß kommen.
Gegen Ende der Perimenopause geht die Anzahl der reifenden Follikel dann zur Neige, so dass der Östrogenspiegel sinkt und es schließlich zur letzten Monatsblutung kommt. Mit Abnahme des Östrogens verstärken sich die Wechseljahresbeschwerden in der Regel.
Vorzeitige Wechseljahre
Bei rund einem Prozent der Frauen tritt die Menopause schon vor dem 40. Lebensjahr auf. Mediziner sprechen dann vom Klimakterium praecox.
Vom Klimakterium praecox sind häufig Frauen betroffen, denen die Eierstöcke und/oder die Gebärmutter operativ entfernt wurden. Neben chirurgischen Eingriffen kann aber auch eine Chemo- oder Strahlentherapie zu vorzeitigen Wechseljahren führen, da der Eierstock durch die aggressiven Behandlungsmethoden nachhaltig geschädigt werden kann.
Zu weiteren, wenn auch seltenen Ursachen des Klimakterium praecox gehören Autoimmunerkrankungen (z. B. Morbus Hashimoto), Virusinfektionen (z. B. Mumps), Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes) und genetische Störungen (z. B. Turner Syndrom).
Häufig lässt sich auch gar nicht sagen, was die Ursache der vorzeitigen Wechseljahre ist. Expert:innen vermuten, dass es letztlich ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist, die den Zeitpunkt der Menopause bestimmt. Neben genetischen Voraussetzungen können auch Lebensstilfaktoren (z. B. Rauchen) eine vorzeitige Menopause begünstigen. Interessanterweise scheinen auch Einflüsse während der Embryonalphase der Frau den Zeitpunkt für das Einsetzen der Wechseljahre mitzubestimmen. Denn der Eizellvorrat wird bereits in der Schwangerschaft angelegt. Die Einnahme von Medikamenten, Nikotin oder eine unzureichende mütterliche Versorgung mit wichtigen Nährstoffen könnte sich hier negativ auswirken.
Wechseljahre: Symptome und Beschwerden
Für viele Frauen sind die Wechseljahre eine schwierige Phase, denn die typischen Symptome, die mit der hormonellen Umstellung einhergehen können, können die Lebensqualität stark beeinflussen. Dabei ist es individuell sehr unterschiedlich, welche Begleiterscheinungen auftreten und wie stark deren Ausprägung ist. Während jede dritte Frau von lästigen, aber nicht sonderlich starken Symptomen betroffen ist, leidet rund ein Drittel an starken, belastenden Beschwerden.
Als wesentlicher Auslöser der Wechseljahresbeschwerden wird der Mangel der beiden Hormone Progesteron und Östrogen gesehen, der v.a. bei postmenopausalen Frauen auftritt. Aber auch die starken Schwankungen der Östrogenspiegel, wie sie während der Perimenopause zu beobachten sind, können zu körperlichen und psychischen Problemen unterschiedlicher Stärke führen. Folgende Anzeichen treten dabei am häufigsten auf:
Veränderungen des Zyklus
Zyklusunregelmäßigkeiten gehören meist zu den ersten Anzeichen, die eine Frau bemerkt, wenn sie sich den Wechseljahren nähert. Anfangs kann die Zyklusdauer verkürzt sein und die Intensität der Blutung deutlich schwanken. Später verlängern sich die Abstände zwischen den Regelblutungen zunehmend, bis sie schließlich ganz ausbleiben. Um zu verstehen, ob Du bereits in den Wechseljahren bist, hilft es also, Deinen monatlichen Zyklus zu dokumentieren
Hitzewallungen und/oder Nachtschweiß
Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen gehören wohl zu den unangenehmsten Symptomen. Bis zu 80 Prozent der Frauen sind von diesen sogenannten vasomotorischen Symptomen in den Wechseljahren betroffen, die mehrmals täglich auftreten und bis zu 15 Minuten andauern können.
Wie genau es zu den Hitzewallungen in den Wechseljahren kommt, ist bisher nicht im Detail geklärt. Es wird vermutet, dass durch die Schwankung bzw. Reduktion der Östrogen- und Progesteronproduktion die Temperaturregulationsmechanismen im Gehirn gestört werden. In der Folge kommt es so schon bei kleinen Temperaturschwankungen zu übermäßiger Wärmeabgabe durch Schwitzen, Gefäßerweiterungen und Hauterwärmungen.
Schlafstörungen
Mit zunehmendem Alter kann es aufgrund der nachlassenden Produktion des „Schlafhormons“ Melatonin grundsätzlich zu einer Schlafstörung kommen. Allerdings scheint die hormonelle Veränderung während der Wechseljahre auch eine Rolle zu spielen. Insbesondere der Rückgang des Progesterons wird hier als Ursache diskutiert. Nächtliches Schwitzen oder innere Unruhe beeinträchtigen die Schlafqualität zusätzlich. Schätzungen zufolge sind rund 70 Prozent der Frauen zwischen 40 und 65 von einer Schlafstörung betroffen.
Energielosigkeit
Die Hormonschwankungen und die resultierenden körperlichen Symptome kosten Energie. Entsprechend berichten betroffene Frauen in den Wechseljahren häufig davon, sich physisch und psychisch ausgelaugt zu fühlen. Gleichzeitig scheint durch die ständige Fluktuation der Östrogenspiegel die Stressempfindlichkeit zu steigen, was wiederum zusätzlich am Energielevel zehrt.
Stimmungsschwankungen
Dass hormonelle Schwankungen aufs Gemüt schlagen können, erfahren manche Frauen bereits in jüngeren Jahren im Rahmen ihres Monatszyklus. Während der Wechseljahre kann die Gefühlswelt dann sogar noch häufiger ins Wanken geraten und es kann zu Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit kommen. Auch depressive Verstimmungen können in der Perimenopause häufiger auftreten als in der Prämenopause.
Haut- und Schleimhautveränderungen
Durch die Abnahme der Östrogenlevel kann sich nicht nur die Stimmung verändern. Auch Haut und Schleimhäute können an Elastizität und Feuchtigkeit verlieren. Im Genitalbereich äußert sich dies bei einigen Frauen als vaginale Trockenheit, die mit Juckreiz, Schmerzen und einer erhöhten Infektanfälligkeit verbunden sein kann. Scheidentrockenheit ist ein typisches Symptom der Wechseljahre.
Weitere Symptome
Zusätzlich zu den bereits genannten psychischen und körperlichen Veränderungen, können noch folgende Wechseljahres-Symptome auftreten:
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Herzrasen/Herzklopfen
- Innere Unruhe
- Haarausfall
- Verlust der Libido
- Spannungsgefühle und Schmerzen in den Brüsten
- Kopfschmerzen
- Blasenschwäche
- Gelenk- und Muskelbeschwerden
- Gastrointestinale Beschwerden (z. B. Verstopfung, Völlegefühl)
Östrogene sind nicht nur für die Fruchtbarkeit unverzichtbar, sondern spielen bei zahlreichen Stoffwechselprozessen eine wichtige Rolle. Sie sind beispielsweise für die Knochengesundheit essenziell, unterstützen die Gedächtnisleistung und sind an der Regulation von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten (v.a. des LDL-Cholesterins beteiligt.
Krankheiten während der Wechseljahre
Mit der Abnahme der Östrogenproduktion geht auch die Schutzwirkung der weiblichen Geschlechtshormone verloren. In der Folge steigt das Risiko für verschiedene Erkrankungen, z. B. für Osteoporose. Etwa ab dem 40. Lebensjahr beginnt der langsame Abbau der Knochenmasse und schreitet mit sinkendem Östrogenspiegel voran. Daher ist insbesondere ab der Postmenopause das Frakturrisiko erhöht. Dies hat neben den Hormonveränderungen aber häufig noch andere Ursachen.
Postmenopausale Frauen sind zudem einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgesetzt, da die gefäßschützende und blutdrucksenkende Wirkung des Östrogens fehlt. Gleichzeitig verstärken sich mit der hormonellen Umstellung und dem zunehmenden Alter kardiovaskuläre Risikofaktoren wie erhöhtes LDL-Cholesterin, Übergewicht und chronische Entzündungen.
Dass mit der Menopause auch das Risiko für Brustkrebs ansteigt, ist bisher wissenschaftlich nicht belegt. Vielmehr scheinen allgemeine Alterungsprozesse, eine familiäre Vorbelastung, der Lebensstil, eine Erkrankung oder Hormontherapien eine größere Rolle zu spielen.
Leichter durch die Wechseljahre
Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichende Ruhephasen beispielsweise können klimakterische Beschwerden nachweislich lindern. Zudem helfen Veränderungen des Lebensstils das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose und Co. zu senken.
Hier die wichtigsten Tipps, um gut durch die Wechseljahre zu kommen:
Gesunde Ernährung
Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie gesunden Fetten. So versorgst Du Deinen Körper nicht nur mit wertvollen Nährstoffen, sondern hältst auch die Verdauung auf Trab. Gleichzeitig unterstützen die enthaltenen Ballaststoffe eine ausgeglichene Darmflora, Herz, Blutgefäße und das Gehirn hingegen freuen sich über eine Extraportion Omega-3-Fettsäuren. Diese sind in Ölen wie Leinöl, Hanföl oder Walnussöl, vor allem aber in fettem Fisch enthalten. Letzterer enthält, genauso wie Milchprodukte und mageres Fleisch, auch wertvolles Eiweiß, das für den Erhalt der Muskeln essenziell ist. Pflanzliches Protein steckt z. B. in Hülsenfrüchten und Sojaprodukten.
Mikronährstoffe
Mithilfe einer gesunden Ernährung kann eine Frau während der Wechseljahre ausreichend mit den meisten Nährstoffen versorgt werden. Manchen Vitaminen und Mineralstoffen kommt jedoch eine besondere Bedeutung zu, sodass Du hier verstärkt auf eine optimale Zufuhr achten solltest.
Eine adäquate Zufuhr von Vitamin D und Calcium sind für Frauen in den Wechseljahren wichtig, da diese Mikronährstoffe zum Erhalt der Knochen beitragen. Da der weibliche Körper durch die hormonelle Umstellung stark beansprucht wird, braucht er zudem reichlich B-Vitamine wie Vitamin B6 oder Vitamin B12. So kann Vitamin B6 die Regulierung der hormonellen Aktivität unterstützen und Vitamin B12 Müdigkeit und Erschöpfung mindern. Gleichzeitig tragen sie gemeinsam mit Vitamin C zu einer normalen psychischen Funktion bei, was in Zeiten innerer Unruhe und Reizbarkeit ebenfalls von großer Bedeutung ist.
Für die Stimmung ist es natürlich auch wichtig, dass wir uns wohl in unserer Haut fühlen. Achte daher auch auf eine gute Versorgung mit Vitamin A und Biotin. Denn sie tragen zum Erhalt normaler Haut und Schleimhäute bei.
Wichtige Mikronährstoffe in den Wechseljahren und Beispiele für Lebensmittel, in denen diese enthalten sind.
| Mikronährstoff | Lebensmittelquellen |
| Vitamin A | v.a. Leber und daraus hergestellte Wurstwaren, Fisch und Käse; Provitamin-A-Carotinoide: Paprika, Kürbis, Karotten, Aprikosen und grünes Blattgemüse (s. Vitamin A Lebensmittel) |
| Vitamin B6 | Vollkorngetreide, Haferflocken, Hasel- und Walnüsse, Schweinefleisch, Sardinen, Makrelen, Bananen, Bohnen, Avocados (s. Vitamin B6 Lebensmittel) |
| Vitamin B12 | Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Milchprodukte; in Spuren: Sauerkraut (s. Vitamin B12 Lebensmittel) |
| Vitamin C | Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika, Tomaten, Spinat, Kartoffeln (s. Vitamin C Lebensmittel) |
| Vitamin D | Nur in sehr wenigen Lebensmitteln enthalten, v.a. fetter Fisch, Eier und manche Speisepilze (s. Vitamin D Lebensmittel) |
| Biotin | Innereien, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Milch und Milchprodukte, Sojabohnen, Pilze, Weizenkleie (s. Biotin Lebensmittel) |
Schlaf
Private und berufliche Umbrüche, die sich häufig während der Wechseljahre vollziehen, können dazu führen, dass es betroffenen Frauen abends schwerfällt, zur Ruhe zu kommen. Etablierte Rituale wie Entspannungsübungen, ruhige Musik oder ein schönes Buch können dann helfen, leichter vom Alltagsstress abzuschalten. Eine gute Schlafhygiene kannst Du auch unterstützen, indem Du einen festen Schlafrhythmus etablierst und z.B. immer zu ähnliche Zeiten ins Bett gehst und aufstehst.
Wer zügiger einschlafen möchte, sollte zudem auf Smartphones oder Laptops im Bett verzichten.
Bei Schlafstörungen in Zusammenhang mit Hitzewallungen kann es zudem helfen, für ein angenehmes Raumklima zu sorgen und leichte Bettwäsche zu benutzen.
Sport & Bewegung
Sport und Bewegung wirkt sich in vielfältiger Weise positiv auf unser Wohlbefinden aus und können während der Wechseljahre helfen, Beschwerden zu lindern. Beobachtungsstudien haben beispielsweise gezeigt, dass Frauen, die sich regelmäßig bewegen, weniger mit Schlafproblemen zu kämpfen haben.
Zudem scheint regelmäßige körperliche Aktivität die Temperaturregulation des Körpers zu unterstützen und so bei manchen Frauen Schweißausbrüche und Hitzewallungen abmildern zu können. Auch wenn hier noch weiterer Forschungsbedarf besteht, so gibt es darüber hinaus zahlreiche weitere gute Gründe, Bewegung in den Alltag zu integrieren. So beugt Sport nicht nur Muskelabbau und Osteoporose vor, sondern kurbelt neben dem Herz-Kreislauf-System auch Deinen Stoffwechsel an, so dass Du Dein Gewicht leichter halten kannst.
Psyche & Wohlbefinden
Viele Frauen nehmen die Zeit der Wechseljahre als eine sehr anstrengende Lebensphase wahr, die oft von Stimmungsschwankungen, Sorgen und Ängsten begleitet ist. Hinzu kommen häufig einschneidende biographische Wendepunkte, die die Psyche belasten können, darunter Trennungen, Kinder, die das Haus verlassen, pflegebedürftige Eltern oder mehr Verantwortung im Job.
Bewusste Auszeiten und gezielte Entspannungsübungen können dann dazu beitragen, solche Herausforderungen gelassener zu meistern. Yoga- oder Achtsamkeitsübungen sowie autogenes Training oder progressive Muskelentspannungen bieten sich hier zum Beispiel an. Aber auch ein Spaziergang an der frischen Luft kann manchmal schon helfen, die Seele einmal „baumeln“ zu lassen.
Hausmittel
Um Beschwerden zu lindern, lohnt sich auch ein Blick auf altbewährte Hausmittel für die Wechseljahre. Es konnte gezeigt werden, dass der Verzehr von Soja sich positiv auf Symptome wie Hitzewallungen auswirken kann. Man geht davon aus, dass dies an den in Soja enthaltenen Phytoöstrogenen, wie z.B. den Isoflavonen, liegt. Phytoöstrogene sind sekundäre Pflanzenstoffe, die die Wirkung von Östrogen in gewisser Weise nachahmen können.
Bei Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen haben sich ebenfalls pflanzliche Präparate bewährt. Melisse und Baldrian beispielsweise werden traditionell bei Schlafproblemen verwendet, während Johanniskraut bei Stimmungsschwankungen und Unruhe gern zum Einsatz kommt. Wer unter starkem Schwitzen leidet, kann es zudem mit Salbeitee versuchen. Dank seiner ätherischen Öle soll er die Schweißproduktion hemmen.
Weitere Tipps
- Vorsicht bei scharfen Gewürzen. Sie erweitern die Blutgefäße und können daher Hitzewallungen provozieren.
- Alkohol und Koffein in Maßen: Alkohol wird manchmal als Trigger für Hitzewallungen beschrieben. Auch wenn die Daten dazu nicht eindeutig sind, kann es bei starken Beschwerden einen Versuch wert sein, eine Weile darauf zu verzichten und zu schauen, ob sich ein positiver Effekt einstellt. Ähnliches gilt für Koffein.
- Regelmäßige Wechselduschen und Saunabesuche fördern hingegen die Resistenz des Körpers und helfen ihm, mit Temperaturschwankungen besser umgehen zu können. Das kann sich eventuell in den Wechseljahren und speziell bei Hitzewallungen auszahlen.
- Wechseljahresbeschwerden sind nicht peinlich! Wer offen mit den Wechseljahren umgeht, und nicht versucht, den nächsten Schweißausbruch zu verbergen, erspart sich viel Stress.
Wechseljahre: Hormonersatztherapie
Eine Hormonersatztherapie kann Frauen, die unter starken Wechseljahresbeschwerden leiden, Erleichterung bringen. Anders als der Name es vielleicht vermuten lässt, soll durch die medikamentöse Behandlung allerdings nicht der bisherige Östrogenspiegel wiederhergestellt werden, sondern lediglich die östrogenmangelbedingten Symptome gelindert werden. Sofern nichts gegen eine Anwendung spricht, kommt die Hormontherapie v.a. bei Hitzewallungen und urogenitalen Beschwerden zum Einsatz. Dabei werden in der Regel Östrogen Monopräparate oder eine Gestagen-Östrogen-Kombination verwendet, die als Tabletten, Pflaster oder vaginal-topische Anwendungen (Creme, Gel, Zäpfchen) erhältlich sind. In welcher Zusammensetzung und Form Hormone verabreicht werden, hängt von der jeweiligen Ausgangssituation der Patientin ab.
In seltenen Fällen wird auch das künstliche Hormon Tibolon, das sowohl Östrogen- als auch Gestagen-ähnliche Wirkungen zeigt, als Therapie verschrieben. Zudem kommen auch bioidentische Hormone zum Einsatz. Diese werden aus pflanzlichen Ausgangsstoffen halbsynthetisch hergestellt und haben die gleiche chemische Struktur wie menschliche Hormone.
Grundsätzlich muss vor dem Beginn einer Hormontherapie immer eine umfassende Untersuchung und Beratung durch die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt erfolgen. Nur so ist es möglich, Nutzen und Risiken individuell abschätzen zu können. Insbesondere das Alter der Frauen und der Zeitpunkt der Menopause spielen hier eine Rolle. Entsprechend der S-3 Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sollte eine Hormonersatztherapie idealerweise mit Eintritt in die Wechseljahre und nicht später als mit 60 Jahren beginnen. Darüber hinaus dürfen keine Kontraindikationen oder erhöhte Risiken vorliegen (z. B. Brustkrebs).
Wird eine Hormonersatztherapie gewählt, sollten Frauen die Wirksamkeit und Verträglichkeit in regelmäßigen Abständen überprüfen lassen. Viele stehen der Behandlung aufgrund potenzieller Risiken jedoch skeptisch gegenüber. Dies liegt vor allem daran, dass bei Langzeitanwendung der Hormone eine Erhöhung des Risikos für Brustkrebs und Endometriumkarzinome nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Darüber hinaus kann die Therapie, zumindest bei entsprechender Vorbelastung das Risiko für Thrombosen (Verstopfungen der Blutgefäße) erhöhen.
Wechseljahre: Schwangerschaft & Verhütung
Auch wenn in den Wechseljahren die Zyklen unregelmäßiger werden und nicht immer ein Eisprung stattfindet, ist eine Schwangerschaft durchaus möglich. Die Wahrscheinlichkeit nimmt allerdings bereits ab einem Alter von 35 bis 40 Jahren ab. Statistisch gesehen liegt die Chance innerhalb eines Jahres schwanger zu werden bei 45-49 Jahre alten Frauen bei rund 12 Prozent. Ab dem 50. Lebensjahr sind spontane Schwangerschaften selten, jedoch nicht unmöglich. Daher sollte eine Frau in jedem Fall ausreichend lange verhüten. Nach dem Bundesverband für Frauenärzte ist während der Wechseljahre erst dann keine Verhütung mehr erforderlich, wenn ein Jahr lang keine Blutung mehr stattgefunden hat.
Wandel und Neubeginn: Wechseljahre als Chance
Die Wechseljahre markieren einen bedeutenden Lebensabschnitt für Frauen. Obwohl dieser Übergang mit einigen Herausforderungen verbunden sein kann, gibt es auch positive Aspekte, die oft übersehen werden. Ein besonders erfreulicher Aspekt ist die Befreiung von den monatlichen Regelblutungen, die nicht nur lästig sein können, sondern auch mit Unannehmlichkeiten und Stimmungsschwankungen einhergehen. Frauen erleben während der Wechseljahre oft eine Verringerung des Stressniveaus aufgrund des Entfallens dieser zyklusbedingten Hormonschwankungen. Die emotionale Stabilität und das Gefühl der Befreiung von diesen wiederkehrenden physischen Belastungen können zu einem positiven Wohlbefinden beitragen.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die mögliche Verbesserung der Schlafqualität, da einige Frauen nach den Wechseljahren einen ruhigeren und tieferen Schlaf erfahren.