Klinische Studie

Bessere Hirndurchblutung durch Omega-3-Fettsäuren

Hintergrund

Schon Jahre vor der Entwicklung klinischer Demenzsymptome, z. B. bei der Alzheimer-Krankheit, lassen sich Veränderungen der Hirndurchblutung feststellen. Laut Studien gehen leichte kognitive Funktionseinschränkungen – häufig Vorläufer einer Demenz – mit einer verminderten Hirndurchblutung einher. Daher kann die Verbesserung der Hirndurchblutung als mögliches Therapieziel betrachtet werden. Die günstigen Effekte mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren (O-3-FS) auf die zerebrale Durchblutung und das zerebrale Blutvolumen wurden bisher in Tierstudien und bei gesunden Probanden nachgewiesen. Daher sollten nun bei Patienten mit leichten kognitiven Funktionseinschränkungen die Effekte einer O-3-FS-Supplementierung untersucht werden.

Methoden

In dieser randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie als Pilotstudie zum Konzeptnachweis („Proof of concept“) wurden die Effekte von O-3-FS auf die Hirndurchblutung untersucht. Dazu wurde bei den Patienten die Hirndurchblutung vor und 26 Wochen nach der Intervention mittels MRT in den posterioren Rindenregionen ermittelt. Die O-3-FS-Patienten (n = 5) nahmen täglich insgesamt 2200 mg Fettsäuren (1320 mg EPAa, 880 mg DHAb und zusätzlich 15 mg Vitamin E), die Placebo-Gruppe (n = 8) erhielt Sonnenblumenöl als Placebo.

Ergebnisse

Es fanden sich mittlere Effekte der Supplementierung auf die zerebrale Durchblutung (η2 = 0,122; rZD)c und das Blutvolumen (η2 = 0,098; rZBV). In der O-3-FSGruppe zeigte sich eine Verstärkung der Durchblutung (mittlere Differenz 0,02, entsprechend 26,1 %; 95 %-KId 0,00 bis 0,05) sowie eine Erhöhung des Blutvolumens (mittlere Differenz 0,08, entsprechend 18,5 %; 95 %-KI 0,01 bis 0,15). Im Vergleich dazu fanden sich solche Veränderungen in der Placebo-Gruppe nicht.

Fazit

Diese vorläufigen Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren die Durchblutung von Hirnregionen verbessern kann, die üblicherweise bei leichten kognitiven Funktionseinschränkungen betroffen sind. Die Steuerung der Durchblutung kann dazu beitragen, Hirnstrukturen und -funktionen aufrechtzuerhalten und die Entwicklung einer Demenz möglicherweise hinauszuzögern.

a. EPA: Eicosapentaensäure
b. DHA: Docosahexaensäure
c. η (griech. Buchstabe, kleines eta); η2 ist ein Maß für die Effektstärke 
d. KI: Konfidenzintervall

Quelle
Schwarz C, Wirth M, Gerischer L, et al. Effects of omega-3 fatty acids on resting cerebral perfusion in patients with mild cognitive impairment: a randomized controlled trial. J Prev Alzheimers Dis 2018;5(1):26–30.

Bild: © Gabriele Rohde – Fotolia.com

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