Der Montagsblues – so gelingt der gute Start in die Woche

Der Montagsblues – so gelingt der gute Start in die Woche

Praxistipps

Und täglich grüßt das Murmeltier – vor allem montags. Das Wochenende voll freier Zeit ist vorbei, eine ganze Woche Praxisarbeit beginnt. Für viele Praxismitarbeiter ist das kein Grund euphorisch zu werden, ganz im Gegenteil: Noch bevor der erste Kaffee durch die Maschine gelaufen ist, hat er begonnen, der sogenannte Montagsblues. Schweren Herzens heißt es: Zurück in die Praxis, dem Ansturm der Patienten entgegentreten – und das alles mit einer Laune, die der Katerstimmung sehr ähnlich ist. Montags ist es besonders schwer, das Bett beschwingt zu verlassen. Doch warum eigentlich?

Immer wieder montags?

Dass viele Arbeitnehmer ein besonderes Problem mit dem Start in die Woche haben, ist kein Geheimnis – und bereits Gegenstand von Untersuchungen gewesen. Eine Studie der Manpowergroup1 ergab beispielsweise, dass 85 % der Deutschen unter Montagsfrust leiden.

Doch ganz eindeutig ist es mit dem unbeliebtesten Tag der Woche nicht. So kamen Forscher der University of Vermont, die öffentliche Nachrichten des Kurznachrichtendienstes Twitter auswerteten, zu dem Ergebnis, dass die Laune am Montag zwar nicht gerade hoch ist, vom Dienstagtief allerdings noch unterboten wird.2 Wissenschaftler der Universität Hamburg wiederum befragten 20.000 Menschen in ganz Deutschland und stellten den Sonntag als deutsches Stimmungstief heraus.3

Gründe für das Montagstief

Für Praxismitarbeiter ist der Montag auf jeden Fall eine Herausforderung, denn laut GEK-Report zur ambulanten ärztlichen Versorgung ist der erste Tag nach dem Wochenende derjenige mit den meisten Arztkontakten durch Patienten – und die Arztpraxen sind dementsprechend gut besucht.4 Die Aussicht auf einen hektischen Montag kann die Vorfreude auf die neue Arbeitswoche drücken.

Hinzu kommt, dass der Biorhythmus am Wochenende häufig aus dem Takt gerät – was daran liegen kann, dass es beispielsweise abends später ins Bett geht und morgens länger geschlafen wird. Wer in der freien Zeit mehr schläft als innerhalb der Woche, ist sonntags erholter – dies rächt sich dann aber spätestens Sonntagabend in Form von Einschlafproblemen. Veränderte Schlafmuster können am Montagmorgen zum sogenannten „Social Jetlag“ führen, der mit verringerter Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht wird.5

Abgesehen von dem zu erwartenden Patientenansturm und Schlafmangel gibt es noch weitere Gründe, die den Start in die wöchentliche Praxisarbeit erschweren können: aufgeschobene Arbeit, die am Wochenende im Magen liegt, oder unliebsame Aufgaben, die erledigt werden müssen.

Montagsblues vs. Monday Motivation

Gegen den Montagsblues empfiehlt es sich, in die psychologische Trickkiste zu greifen. Denn durch eine veränderte Einstellung kann dieser in eine „Monday Motivation“ verwandelt werden – einfach durch die Konzentration auf Positives. Optimismus nämlich lässt sich dem Körper einreden, beispielsweise durch kleine Montagmorgenrituale, auf die man sich sonntags schon freuen kann. Das sorgt für Stressabbau und verjagt jede Montagskaterstimmung in der Praxis.

Jetzt in unserem Download: Montagmorgenrituale – Tipps für einen gelungenen Start in die Woche.

Quellen
[1] ManpowerGroup. Umfrage: 85 Prozent der Deutschen leiden unter Montagsfrust. Verfügbar unter www.manpowergroup.de/neuigkeiten/presse/pressemitteilungen/studie-arbeitsmotivation/. [05.12.2018].
[2] Dodds PS, Harris KD, Kloumann IM, et al. Temporal patterns of happiness and information in a global social network: hedonometrics and Twitter. PLoS ONE 2011;6(12):e26752.
[3] Maennig W, Steenbeck M, Wilhelm M. Rhythms and cycles in happiness. Applied Economics 2014;46(1):70–8.
[4] Schmidt K. Montags sind die Wartezimmer voll – GEK–Report zur ambulanten ärztlichen Versorgung. Notfall & Hausarztmedizin 2009;35(01):9.
[5] Haraszti RÁ, Ella K, Gyöngyösi N, et al. Social jetlag negatively correlates with academic performance in undergraduates. Chronobiol Int 2014;31(5):603–12.

Bild: © nito – Fotolia.com

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