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Framingham Heart Study: Omega-3-Fettsäuren wirken sich günstig auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Mortalität aus

Hintergrund

Bisher wird noch kontrovers diskutiert, inwiefern der Omega-3-Fettsäurestatus mit dem Sterberisiko aufgrund aller Todesursachen bzw. aufgrund eine neu aufgetretenen Herz-Kreislauf-Erkrankung (HKE) in Zusammenhang steht. Daher sollte dieser Zusammenhang in der vorliegenden epidemiologischen Studie auf Basis der Kohorte der Framingham Heart Study, genauer der „Offspring“a - Kohorte (Daten 2005–2008), untersucht werden.

Methoden

Als objektiver Marker des Omega-3-Fettsäurestatus wurde zu Beginn die Konzentration der Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure in den Erythrozyten (sog. Omega-3-Index) bestimmt. Zielvariable der Studie waren die Mortalität (Gesamtmortalität sowie aufgrund von HK-Ereignissen, Krebsleiden und sonstige) und die Gesamtzahl von HKEreignissen bei Teilnehmern, die zu Beginn noch nicht an HK-Erkrankungen litten. Die Nachbeobachtung dauerte 7,3 Jahre (Medianwert). Mithilfe von proportionalen Cox-Risikomodellen wurden Anpassungen im Hinblick auf 18 Variable (u. a. demographische Merkmale, klinisches Bild, Therapie und Risikofaktoren) vorgenommen.

Ergebnisse

Von den 2.500 Teilnehmern im Durchschnittsalter von 66 Jahren, davon 54% Frauen, kam es zu 350 Todesfällen: 58 Fälle aufgrund von HKE, 146 aufgrund eines Krebsleidens, 182 aus anderen bekannten Ursachen und 18 aus ungeklärter Ursache. Es kam im Beobachtungszeitraum zu 245 HK-Ereignissen. Nach den Multivarianz-Analysen war ein höherer Omega-3-Index verbunden mit einem signifikant niedrigeren Risiko (pTrend über die Quintile): Gesamtmortalität p< 0,02, nicht-HKbedingter Tod p<0,009 sowie GesamtHK-Ereignisse p<0,008. Die Probanden im höchsten (>6,8%) vs. denjenigen im niedrigsten Quintil des Omega-3-Indexes (<4,2%) hatten ein um 34% niedrigeres Gesamtsterberisiko und ein um 39% niedrigeres Risiko für das Auftreten einer HK-Erkrankung. Diese Zusammenhänge waren generell stärker bei der Docosahexaen- als bei der Eicosapentaensäure ausgeprägt. Wenn man das Gesamtcholesterin mit dem Omega3-Index verglich, war der Index, nicht aber das Gesamtcholesterin, signifikant mit diesen Zielvariablen korreliert.

Fazit

Anhand dieser Studienergebnisse in der Offspring-Kohorte der Framingham Heart Study geht ein höherer Omega3-Index mit einem niedrigeren Risiko sowohl für HK-Erkrankungen als auch die Gesamtmortalität einher.

a. Offspring: erwachsene Nachkommen der ersten Framingham-Heart-Study-Kohorte (1948 initiiert), die ab 1971 für die Weiterführung der Untersuchungen rekrutiert wurden.

Harris WS, Tintle NL, Etherton M, et al. Erythrocyte long-chain omega-3 fatty acid levels are inversely associated with mortality and with incident cardiovascular disease: The Framingham Heart Study. J Clin Lipidol 2018;12(3):718–27.e6.

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