Magnesium freut auch den Herzmuskel

Wissensvorsprung

Magnesium kennen viele im Zusammenhang mit Muskelkrämpfen. Dabei ist es ein essenzieller Mineralstoff, der hunderten von körpereigenen Enzymen als Cofaktor dient.1 Alle Körperzellen benötigen Magnesium – so auch der Herzmuskel. Der Mineralstoff ist für die Signalübertragung und Energieproduktion unerlässlich.1 Als natürlicher Calciumantagonist ist Magnesium an der Regulation des vasomotorischen Tonus, des Blutdrucks und des peripheren Blutflusses beteiligt.1

Ein Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) kann zu einer gesteigerten Erregbarkeit der Schrittmacher- und Muskelzellen im Herzen führen und so Rhythmusstörungen verursachen.1 Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Magnesiummangel eine wichtige Rolle bei der Pathogenese von ischämischen Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz spielen kann.2

Magnesiummangel trotz magnesiumreicher Nahrung?

Täglich verlieren wir Magnesium über Stuhl, Urin und Schweiß. Außerdem können regelmäßiger Alkoholkonsum, ein schlecht eingestellter Diabetes, Malabsorption, Schilddrüsen- und Nierenerkrankungen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente zu einem Magnesiummangel führen.1 Um den Magnesiumspiegel aufrechtzuerhalten, muss der Mensch den Mineralstoff über die Nahrung zuführen, z. B. durch den regelmäßigen Verzehr von magnesiumreichen Lebensmitteln wie Vollkorn, grünem Blattgemüse, Kakao, Samen und Nüssen. Trotz der Verfügbarkeit vieler magnesiumreicher Nahrungsmittel ist Magnesiummangel relativ häufig und betrifft etwa 2,5 % bis 15 % der Allgemeinbevölkerung.2 Die Hauptursache für Hypomagnesiämie ist oft eine unzureichende Aufnahme über die Nahrung.3 Möglicherweise ist dieses auf den zunehmenden Einsatz von Düngemitteln und den Konsum verarbeiteter Lebensmittel zurückzuführen.1

Risikosenkung für Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Diabetes

Es gibt Hinweise darauf, dass eine ausreichende Magnesiumversorgung mit einem verringerten Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes verbunden ist.1,4,5 Um den Zusammenhang zwischen der Magnesiumzufuhr und dem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und der Gesamtmortalität zu untersuchen, haben chinesische Wissenschaftler eine umfassende Meta-Analyse aller veröffentlichten prospektiven Kohortenstudien durchgeführt.3

Sie errechneten aus Daten von 40 Studien aus neun Ländern – darunter auch Deutschland, die DosisWirkungsbeziehung von durch die Nahrung aufgenommenem Magnesium auf kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes und Gesamtsterblichkeit.3 Über eine Million Teilnehmer wurden in die Analyse eingeschlossen.3 Die Auswertung ergab: Eine Steigerung der täglichen Magnesiumzufuhr um 100 mg konnte das Risiko für eine Herzinsuffizienz um 22 %, für einen Typ-2-Diabetes um 19 % und für einen Schlaganfall um 7 % verringern.3 Die Gesamtmortalität konnte um 10 % gesenkt werden.3 Es wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen erhöhter Magnesiumzufuhr und dem Risiko für die koronare Herzkrankheit oder kardiovaskuläre Erkrankungen beobachtet.3 Die geografische Lage oder das Geschlecht hatten auf die Korrelationen zwischen Magnesiumeinnahme und Krankheitsrisiko keinen Einfluss.

Erhöhung der Zufuhr durch Nüsse, Bohnen und Spinat

Die Autoren schlussfolgern, dass der regelmäßige Verzehr von magnesiumreichen Lebensmitteln wie Nüssen, Bohnen, Vollkorn und grünem Blattgemüse, z. B. Spinat, dazu beitragen kann, sich vor Herzschwäche, Schlaganfall und Typ-2‑Diabetes zu schützen.3 Einschränkend stellen sie fest, dass verglichen mit Supplementen „die Erhöhung der Magnesiumzufuhr durch die Ernährung den Magnesiumspiegel nur moderat erhöhen kann.“3

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt männlichen Erwachsenen ab 25 Jahren eine tägliche Zufuhr von 350 mg, Frauen von 300 mg.6 Schwangere sollten 310 mg (unter 19 Jahren 350 mg) zu sich nehmen.6 Um das mit der Muttermilch abgegebene Magnesium zu ersetzen, wird für Stillende eine Aufnahme von 390 mg empfohlen.6

Weitere wertvolle Mikronährstoffe für die Herzgesundheit sind die Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) sowie Vitamin B1 (Thiamin). Zudem tragen die Vitamine B6, B12 und Folsäure zum normalen Homocystein-Stoffwechsel und die B-Vitamine Thiamin, Riboflavin, Niacin, Pantothensäure, Pyridoxin, Biotin und Cobalamin, Vitamin C sowie die Spurenelemente Jod, Kupfer und Mangan zum normalen Energiestoffwechsel bei.

 

Quellen

[1]    Gröber U, Schmidt J, Kisters K. Magnesium in Prevention and Therapy. Nutrients 2015;7(9):8199–226.

[2]    Ayuk J, Gittoes NJL. Contemporary view of the clinical relevance of magnesium homeostasis. Ann Clin Biochem 2014;51(Pt 2):179–88.

[3]    Fang X, Wang K, Han D, et al. Dietary magnesium intake and the risk of cardiovascular disease, type 2 diabetes, and all-cause mortality: a dose-response meta-analysis of prospective cohort studies. BMC Med 2016;14(1):210.

[4]    Qu X, Jin F, Hao Y, et al. Magnesium and the risk of cardiovascular events: a meta-analysis of prospective cohort studies. PLoS ONE 2013;8(3):e57720.

[5]    Del Gobbo LC, Imamura F, Wu JHY, et al. Circulating and dietary magnesium and risk of cardiovascular disease: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. Am J Clin Nutr 2013;98(1):160–73.

[6]    Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung. D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 2. Aufl. Neustadt an der Weinstraße: Neuer Umschau Buchverl; 2015. Verfügbar unter www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/.

Bild: © New Africa – Fotolia.com

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