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Die „Glotze“ verführt
zu ungesundem Essen

Für werbefreies „Bildungsfernsehen“ und DVDs konnte kein Zusammenhang zwischen Übergewicht und TV-Konsum nachgewiesen werden. Der Einfluss der Werbung für zucker- und fetthaltige  Ernährungssünden ist offenbar noch stärker als die mangelnde Bewegung.

Für die Studie führten 3563 Kinder und ihre Eltern über fünf Jahre hinweg ein Tagebuch über Gewicht, Schlaflänge, körperliche Aktivitäten und Fernsehkonsum. Sie notierten auch, welche Programme, DVDs oder Videos die Kleinen angesehen hatten.

Die meisten Werbespots im Kinderfernsehen drehen sich ums Essen. Häufig werden angeblich „gesunde“ Kinderlebensmittel mit hohem Zuckeranteil, gesüßte Frühstücksflocken, Limonaden, fettige Snacks und Fast Food beworben. 95 Prozent der Spots im Kinderfernsehen zeigen ungesunde Lebensmittel, 4000 solcher Spots sehen Kleinkinder jährlich, warnen die Wissenschaftler.

Werbeverbot gefordert

Politiker haben schon in der Vergangenheit immer wieder ein Werbeverbot für die Kalorienbomben im Kinderprogramm gefordert, zuletzt die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast. In Großbritannien trat bereits 2008 ein Werbeverbot in Kraft. Produkte mit hohem Fett-, Salz- oder Zuckergehalt dürfen in Großbritannien nicht mehr im Kinderfernsehen angepriesen werden.