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Kleiner Unterschied –
große Wirkung

Der junge, kraftstrotzende Mann, der keine sportliche Herausforderung scheut und für das „schwache Geschlecht“ und seine Wehwehchen nur ein herablassendes Lächeln übrig hat – bis er selbst beim kleinsten Schnupfen daheim den Notstand ausruft - ist ein beliebtes (und natürlich völlig überzogenes) Klischee. Allerdings könnte es, wie so oft, ein Körnchen Wahrheit enthalten.

Australische Forscher haben jetzt gezeigt, dass das Immunsystem junger Frauen viel stärker auf bestimmte Erreger von Erkältungskrankheiten (Rhinoviren) reagiert als das von Männern im gleichen Alter. Dabei war die angeborene Sofortreaktionen des Immunsystems auf die Viren bei beiden Geschlechtern nahezu identisch. Der etwas später eingreifende - erworbene - Teil des Immunsystems reagierte dagegen bei den Frauen deutlich heftiger und setzte mehr Botenstoffe für weitere Abwehrreaktionen frei. Anscheinend verfügen Frauen also in diesem Fall über das besser bestückte Waffenarsenal im Kampf gegen die allgegenwärtigen Viren. Die Ursache dafür liegt vermutlich im „kleinen Unterschied“ zwischen den Geschlechtern, für den die weiblichen Hormone zuständig sind. Bei Frauen nach den Wechseljahren, bei denen der Spiegel weiblicher Hormone niedriger ist, zeigte sich kein Unterschied der Immunantwort mehr zu den Herren der Schöpfung.

Unklar ist allerdings noch, ob dieser Effekt für die Betroffenen wirklich immer von Vorteil ist. Ein Teil der untersuchten Botenstoffe vermittelt neben der Reaktion auf Krankheitserreger auch die Entstehung von Entzündungen. Möglicherweise ist das häufigere Vorkommen von Asthma bei Frauen unter anderem auf ihr aktiveres Immunsystem bei Atemwegs-Infekten und dadurch ausgelöste Entzündungsreaktionen zurückzuführen. Das müssen nun weitere Untersuchungen zeigen.