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Übergewicht belastet doppelt

Zum einen, weil mehr Gewicht die Gelenke mehr belastet. Das gilt vor allem für die Knie. Übergewicht und angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellungen wirken sich dort besonders ungünstig aus und die resultierende mechanische Überlastung fördert den Knorpelabbau. Weitere Auswirkungen betreffen den ganzen Körper – und damit alle Gelenke.

Mehrere Studien belegen, dass bei Übergewicht mehr entzündungsvermittelnde Botenstoffe (Zytokine). Je mehr Fettgewebe, desto mehr Zytokine werden freigesetzt. Außerdem produzieren Fettzellen noch weitere Botenstoffe, u.a. Leptin, das z. B.  nicht nur das Essverhalten und den Energiehaushalt reguliert,  sondern  auch die Entstehung von Entzündungen und den Abbau von Gelenkknorpel fördert. Adiponectin wirkt dagegen entzündungshemmend und blockiert Enzyme, die Knorpel abbauen. Bei Übergewicht entsteht mehr Leptin – und weniger eigentlich benötigtes Adiponectin.

Diese Effekte lassen sich durch das Abnehmen verringern oder sogar umkehren. Auch sonst hat die Ernährung großen Einfluss: Sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidanzien, wie sie in Obst und Gemüse vorkommen, verringern den oxidativen Stress im Körper. Omega-3- Fettsäuren, etwa aus fettem Seefisch, bilden die Grundlage für die Produktion körpereigener Entzündungshemmer.

Beim Abnehmen sollte man jedoch darauf achten, wirklich in erster Linie „sein Fett weg“ zu kriegen. Muskeln können vor einer Verschlechterung der Arthrose schützen, weil sie die Gelenke entlasten. Sie sollten möglichst erhalten bleiben.