Allergievorbeugung
mit Hausstaub

Hausstaub hat keine besonders gute Lobby. Als Ansammlungspunkt von Milben, gegen deren Kot hierzulande in 15-20 Prozent der Haushalte mindestens eine Person allergisch reagiert, steht er als ein Synonym für einen Allergieauslöser ersten Ranges. Wenngleich es genau betrachtet ja nicht der Staub selbst ist, auf den allergisch reagiert wird. Auch die Zusammensetzung von Hausstaub ist nicht gerade eine appetitliche Angelegenheit. Er ist, je nach Gegebenheiten, eine Mischung aus Hautschuppen von Mensch und Tier, Fasern und Fusseln, Haaren, Pflanzenteilchen, den bereits genannten Hausstaubmilben und ihren Exkrementen, Bakterien, Viren, Schimmelpilzen, Überresten von Kleinstlebewesen, Feinstaub, Schadstoffen, Erde und hereingetragenen Straßenbelägen.

Und gerade die Bakterien im Hausstaub sind es, die das Immunsystem von Stadtkindern trainieren und ihr Risiko, später an einer Allergie zu erkranken, senken. In einer Studie zu der Entwicklung verschiedener Atemwegserkrankungen in Großstädten wiesen amerikanische Wissenschaftler nach, dass Kinder, die in ihrem ersten Lebensjahr sehr wenig mit Hausstaub und den darin enthaltenen Bakterien in Kontakt kamen, später häufiger an Überempfindlichkeiten oder unter Asthma litten. Kinder, die hingegen nachweislich Allergenen von Katzen, Mäusen und Schaben ausgesetzt waren, zeigten sich im Alter von drei Jahren als besonders widerstandsfähig.

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