Warum Tragen auf Babys
beruhigend wirkt

Manch ein Säugling lässt sich auch durch elektrische Wiegen, mit Federn ausgestattete und freischwingende Bettchen oder Umherfahren mit dem Auto beruhigen, bei anderen muss es Mamas Arm sein -  und sie darf nicht stehen bleiben. Eltern legen oft beachtliche Strecken zurück, oft nachts und ohne die eigenen vier Wände zu verlassen. Die gute Nachricht lautet: Das Baby will seine Träger nicht ärgern, und wer sich im Interesse der Mitbewohner vom Säugling durch die Gegend scheuchen lässt, läuft nicht Gefahr, es zu verwöhnen.

Das Konzept des Umhertragens ist bei Säugetieren tief verwurzelt und funktioniert überall gleich, egal ob Mensch oder Mäusebaby: Der Herzschlag des Babys beruhigt sich, das Weinen wird eingestellt und die Bewegungsaktivität nimmt ab. Es handelt sich hierbei um ein Erbe aus „gefährlichen“ Zeiten: Den Eltern wird auf diese Weise der Transport des Kindes erleichtert und ermöglicht eine schnellere und unauffälligere Flucht aus Gefahrensituationen. Die Untersuchung japanischer Wissenschaftler zeigte auch: Sobald der „Transport“ beendet war, die Mutter sich mit dem Kind setzte oder es nur still auf dem Arm hielt, stieg die Herzschlagfrequenz des Kindes wieder an.

Die „Trageruhe“ scheint also ein wichtiges Schutzkonzept der Natur und ein sinnvolles Mittel zur Beruhigung des Nachwuchses zu sein. Vielleicht ist diese Erkenntnis auch ein kleiner Trost für alle erschöpften, tragenden Eltern.