Entspannte Rücken
kennen keinen Schmerz

Gemäß einer Krankenkassenstudie spaltet sich die große Anzahl der Betroffenen in zwei Gruppen: zur ersten gehören jene, die körperlich hart und oft in einer für den Rücken belastenden Haltung arbeiten. Genannt werden hier die Branchen Bau, Altenpflege, Ver- und Entsorgung. Die zweite Gruppe bilden Menschen, die eher psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Der Effekt ist dabei derselbe. Bei Anspannung, egal ob körperlicher oder seelischer Art, verkrampft sich die Muskulatur im Nacken- und Rückenbereich. Wiederholt sich dieser Zustand nahezu täglich und wird zum Dauerzustand, ist der Weg zum chronischen Rückenschmerz nicht weit. Dass dieser seinerseits Stress auslöst, der zusätzlich verspannend wirkt, versteht sich von selbst.

Die Untersuchung zeigte aber auch, dass Akademiker ein geringeres Risiko haben, an Rückenerkrankungen zu leiden. In die gleiche Kerbe schlug die Untersuchung einer anderen Krankenkasse, die feststellte, dass Stress unter gut Ausgebildeten einfach seltener sei. Die Gründe hierfür lägen oft im bei Geringqualifizierten als zu niedrig empfundenen eigenen Handlungsspielraum. Zudem ständen jene, deren Position und Zukunft noch ungesichert seien oder die finanziell abhängig von anderen lebten, unter besonderem psychischem Druck. In diese Gruppe fielen sowohl Arbeitslose, als auch Studenten, Alleinerziehende sowie nicht erwerbstätige Frauen.

Da die Behandlung von Rückenbeschwerden oft langwierig ist, könnte eine effektive Vorbeugung nicht nur in der Vermittlung von rückenschonenden Arbeitshaltungen bestehen, sondern auch darin, Geringqualifizierten eigene Handlungsspielräume zu ermöglichen und (vielleicht schon zu Schulzeiten) Techniken zur bewussten Entspannung zu vermitteln. Auch die Fähigkeit, sich nicht zusätzlich zu den vorhandenen Belastungen selbst übermäßig unter Druck zu setzen, scheint durchaus eine rückenschonende Haltung zu sein.

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