So klappt es mit der
Ernährungserziehung

Wenn Babys oder Kinder anfangen zu quengeln, sind viele Eltern unsicher. Oft wird dann zum Fläschchen oder zum Keks gegriffen. Natürlich kann ein Hungergefühl zugrunde liegen. Oft ist dies aber nicht der Fall. Trotzdem „hilft“ die Nahrungsaufnahme, denn Essen beruhigt, zudem ist das Kind dann beschäftigt. Dass Dauernuckeln von süßen Tees die Zahnentwicklung beeinträchtigt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Weniger bekannt ist, dass für die Entwicklung der Zahnstellung Becher statt Fläschchen so früh wie möglich genutzt werden sollten. Egal ob daheim, oder unterwegs, Essen und Trinken sollte bewusst geschehen und nicht nebenbei als Beschäftigungstherapie, Seelentröster oder Erziehungsmittel.

Zumeist hat man es als Eltern in den ersten zwölf Lebensmonaten noch relativ leicht, selbst zu bestimmen, was das Kind zum Essen erhält und was nicht. Doch mit steigendem Aktionsradius und Eigenwillen erweitert es seinen Selbstbestimmungsradius erheblich. Spannend wird es dann in der sogenannten Trotzphase ab dem zweiten Lebensjahr. Die Autonomiebestrebungen des Kindes offenbaren sich zumeist in jenen Lebensbereichen, in denen die Kooperation des Kindes vonnöten wäre. Beispielsweise bei der Nahrungsaufnahme.

Aus der Erziehungskunst kommt der Ratschlag: Sie als Eltern bestimmen, was an Nahrungsmitteln im Haus vorhanden ist. Aber das Kind darf bestimmen, was es davon zu sich nimmt und wieviel. Neben dem Vorbild der Großen können das gemeinsame Vorbereiten der Mahlzeiten und eine gute und entspannte Atmosphäre beim Essen zu einer positiven Ernährungserziehung beitragen.

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