Auf, du froher
Wandersmann

Die Begeisterung der Deutschen für das Wandern ist allgemein und über Landesgrenzen hinaus bekannt. Vielleicht wurde die Grundlage für diese Vorliebe bereits durch die fahrenden Gesellen und Scholaren des Mittelalters oder die Reiseerzählungen Goethes gelegt. Neben klassischen Wanderungen bieten anspruchsvolle Trekkingtouren, Geocaching und Pilgerreisen etwas für jeden Geschmack und Fitnessgrad. Das Wandernetz in Deutschland ist sehr gut ausgebaut und zumeist ausgezeichnet gepflegt, so dass man nahezu von einer flächendeckenden Versorgung sprechen kann. Wandern eröffnet jedem die Möglichkeit, sich zu bewegen. Große Investitionen in Spezialausrüstungen sind nicht notwendig. 

Wandern ist zudem die natürlichste Bewegungsform. Neben der geistigen Entspannung durch den Blick ins Grüne und die Ruhe wird der Körper moderat beansprucht. Nicht nur Muskeln, Knochen und Gelenke, sondern auch Lunge und Herz profitieren von dieser Art von effektivem Ausdauertraining. Auch weniger trainierten, übergewichtigen oder älteren Menschen eröffnet das Wandern Freude an der Bewegung. Der gesundheitliche Nutzen liegt dabei fast so hoch, wie bei schweißtreibenden Sportarten. Beim Gehen macht man doppelt so viel Schritte, wie beim schnellen Laufen. Auf die Gesamtstrecke gesehen liegt der Kalorienverbrauch beim Wandern deshalb nur etwa um ein Viertel niedriger. 

Insbesondere Waldspaziergänge bieten darüber hinaus noch ein weiteres großes Plus. In Versuchen wurde nachgewiesen, dass diese, im Gegensatz zu Spaziergängen in der Stadt, den Blutdruck und die Herzfrequenz senken, die Ausschüttung von Adrenalin senken, das Immunsystem aktivieren, die Lungenkapazität steigern und die Elastizität der Arterien zunehmen lassen. Ein Effekt, der auch noch eine Woche nach dem Spaziergang nachweisbar war.

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