55028752_XL

Knochen freuen sich
über starke Muskeln

Kaum etwas verabschiedet sich bei Bettlägerigkeit schneller, als die Muskulatur. Der Grund für den Muskelabbau bei Schonung liegt im effizienten Energiehaushalt. Muskeln verbrauchen so viel Energie, dass ihre Aufrechterhaltung für den Körper nur „Sinn macht“, wenn diese auch benötigt werden. Bei Bettlägerigkeit verliert der Mensch bereits innerhalb weniger Wochen sehr viel Muskelkraft. Das schadet auch den Knochen, die durch Kalziumabbau gleichzeitig an Substanz verlieren. Werden hingegen durch Bewegung bei ausreichender Nährstoffversorgung Muskeln aufgebaut, gewinnen auch die Knochen an Stabilität. Fehlt die Bewegung der Muskeln, bringt auch eine Extraportion kalziumreicher Nahrung keinen Ausgleich. Bei vorhandener Bewegung hingegen wird es für den stattfindenden Knochenaufbau so dringend benötigt, wie Proteine für die Muskelmasse. 

Beeinflusst wird der Kalziumhaushalt des Körpers und der Knochenstoffwechsel durch mehrere Hormone. Untersuchungen zeigten deutlich, dass eine hohe Konzentration an Parathormon zu einem schnellen Muskelschwund beiträgt. Großen Einfluss auf die Knochendichte haben auch die Sexualhormone Östrogen und Testosteron. Nimmt nach den Wechseljahren der Frau ihr Östrogenspiegel ab, so löst dies verstärkten Knochenabbau aus. Dies ist der Grund, warum der altersbedingte Muskel- und Knochenabbau bei ihnen schneller voranschreitet. Ein hoher Testosteronspiegel hingegen stimuliert den Muskelaufbau und das Knochenwachstum. Bewegung fördert die Knochenfestigkeit jedoch in jedem Alter und hilft, sowohl Muskel- als auch Knochenschwund auszubremsen. 

Bild: © ia_64 / fotolia.com