Spezialisierte Muskeln
für Kraft und Ausdauer

Es gibt zwei Hauptarten von Muskelfasern, die sich in ihrer Ausstattung mit Mitochondrien (Energiekraftwerken), aeroben (sauerstoffabhängigen) Enzymen und Myoglobingehalt (der Fähigkeit, Sauerstoff zu binden) unterscheiden. In Folge dieser unterschiedlichen Ausstattung verläuft die Muskelfaserzuckung unterschiedlich. Dabei sind die Muselfasern in der Lage, sich je nach Art des Trainings zu verändern und sich dem Bedarf ihres Nutzers anzupassen.

Die F(fast)-Fasern sind, wie ihr Name schon sagt, schnell zuckende Muskelfasern. Ihre Tätigkeit ist mit hohem Energieverbrauch verbunden und kann deshalb nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden. Sie beziehen die benötigte Energie aus Glykogen (Vielfachzucker) und benötigen deshalb weniger Sauerstoff für ihren Energiestoffwechsel. Ein Training, das insbesondere die F-Fasern beansprucht, wird deshalb auch oft anaerobes („ohne Luft“) Training genannt. Sie werden im Unterschied zu den S-Fasern auch weiße Fasern genannt. Hier handelt es sich um die Muskeln, die insbesondere für Kraft verantwortlich sind.

Die S(slow)-Fasern bewegen sich im Vergleich langsamer. Ihr Spezialgebiet sind Dauerleistungen mit begrenztem Kraftaufwand. Aufgrund ihrer dunklen Farbe durch ihren hohen Myoglobingehalt für ihre auf Sauerstoff basierende Energieerstellung werden sie rote Fasern genannt. Die S-Fasern sind jene Muskeln, die Ausdauerleistungen vollbringen.

Muskeln, die einmal aufgebaut und angelegt worden sind, bauen sich übrigens nicht unmittelbar wieder ab. Bei Nichtbeanspruchung schrumpfen sie lediglich. Dies führt zu dem sogenannten Memoryeffekt, der es einem ermöglicht, nach längerer Trainingspause schneller wieder auf den alten Stand zu kommen, als jemand, der noch nie trainiert hat. Verstärkt wird dieser Effekt gleichfalls durch die bereits gespeicherte geistige Steuerung des Bewegungsablaufes im Gehirn. Wiedereinsteiger müssen diesen Lernprozess nicht neu durchlaufen. 

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