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Futter für den süßen Zahn –
gibt es gesunden Zucker?

Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte ein Schulkind mit 1800 kcal Energiebedarf weniger als 180 Kalorien pro Tag aus Zucker beziehen, das entspräche etwa 50g Weingummi. Die Weltgesundheitsorganisation möchte den Richtwert sogar um die Hälfte reduzieren. Eine große Studie hat gezeigt, dass Kinder in Europa mehr als 20% ihrer verbrauchten Energie mit Zucker decken. Das liegt teilweise an Süßigkeiten, Eis und Schokolade, aber auch an zuckerhaltigen Nahrungsmitteln wie  Gebäck, Frühstücksflocken, Joghurt und Brotaufstrich aus Marmelade oder Schokoladencreme sowie Limonaden und Fruchtsäften.

Da scheint es naheliegend, statt mit Zucker mit Dicksäften (z.B. aus Agave oder Birne) zu süßen. Dadurch bleiben zwar gewisse Mikronährstoffe erhalten. Dafür enthalten die Sirupkonzentrate sehr viel Fruchtzucker, der die Entstehung von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) begünstigt.

Honig ist für Babys ungeeignet, weil es sich um ein Rohprodukt handelt, das bakteriell verunreinigt sein kann. Während Erwachsene den Erreger erfolgreich bekämpfen, können sich diese beim Säugling im Darm „festsetzen“ und ein Gift produzieren, das im schlimmsten Fall zu lebensgefährlichen Vergiftungen führt. Für ältere Kinder gilt: Auch Honig besteht zu 80 Prozent aus Zucker und zu 20% aus Wasser. Die Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen sind dagegen minimal.

Auf Kinderlebensmitteln steht häufig: Mit Fruchtzucker oder „der gesunden Süße aus Früchten“, „ohne Kristallzucker“ oder ähnliches. Diesen Produkten wird Fructose zugesetzt. Dieser hat aber gesundheitlich keine Vorteile gegenüber Saccharose, dem Haushaltszucker. Entscheidend ist der Gesamtgehalt an Zucker.

Fazit: Für die Wirkung des Zuckers auf Zähne und Körpergewicht ist es unerheblich, woher der Zucker kommt. Einen Freifahrtschein für unbegrenzten Genuss bieten die „Zuckeralternativen“ daher nicht. 

Bild: © Vera Kuttelvaserova / Fotolia.com