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Geteilter Frust ist halber Frust –
und doppelte Motivation

Britische Wissenschaftler hatten 3722 Paare (im Alter von über 50 Jahre) untersucht und beobachteten sie bis zu vier Jahre lang. Mindestens einer der Partner war zu Beginn der Studie Raucher, übergewichtig oder körperlich inaktiv. Beim Rauchen war der Partnereffekt am größten: Während es gemeinsam mit dem Partner fast 50 Prozent schafften zum Nichtraucher zu werden, hielten neben einem rauchenden Partner nur 8 Prozent der Teilnehmer die zwei Beobachtungsjahre durch. Das lag aber nicht nur an der ständigen Versuchung: War der Partner bereits Nichtraucher, konnten nur 17 Prozent dauerhaft vom Glimmstängel lassen. Die Forscher schließen daraus: Die gemeinsame Herausforderung hilft besser als ein „gutes Vorbild“ durch einen gesünder lebenden Partner. 

Der gleiche Effekt zeigte sich beim Übergewicht: Wollten beide mindestens fünf Prozent ihres aktuellen Körpergewichtes abnehmen, gelang dies leichter als wenn der Partner nicht mitzog – aber auch, als wenn er bereits normalgewichtig war. Ohne die Unterstützung des Partners schafften es nur 10 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen, dauerhaft  mindestens 5 Prozent ihres Körpergewichtes zu verlieren. 

Fazit: Gesünder leben geht leichter zu zweit. Gesundheitsempfehlungen sollten möglichst den Partner einbeziehen, fordern die Autoren der Studie. Ob der gegenseitige Einfluss auch bei jüngeren Paaren so groß ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Bis dahin schadet es in keinem Fall, die guten Vorsätze zum Pärchenprojekt zu machen – und sich einander aus möglichen Motivationslöchern zu helfen. 

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