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Sicherheit bei Zutaten:
Vegetarisch soll definiert werden

Beinahe jeder 10 Deutsche lebt vegetarisch. Auch klassische Wursthersteller wie die Rügenwalder Mühle oder der Konkurrent Wiesenhof setzen inzwischen auf fleischfreie Produkte. Ikea bietet seinen Kunden neuerdings fleischfreie „Gemüsebällchen“ als Alternative zu Kötbullar an. Höchste Zeit, die Begriffe vegetarisch und vegan verbindlich zu definieren. Dafür wäre die EU-Kommission verantwortlich – aber es gibt noch keinen zeitlichen Rahmen.

Interessensverbände wie der deutsche Vegetarierbund und die Verbraucherzentralen drängen darauf, festzulegen, was sich vegetarisch oder vegan nennen darf. Einige Stoffe, die bei der Lebensmittelherstellung verwendet werden, müssen später nämlich nicht in der Zutatenliste auftauchen. Beispiele dafür sind Hilfsstoffe für die Klärung von Säften und Wein oder Enzyme tierischen Ursprungs, die dem Mehl zugesetzt werden.

Regierungsvertreter halten diese Fragen allerdings für weniger dringlich und lehnten 2014 einen entsprechenden Antrag des Bundesrates ab. Der Verbraucher, hieß es in der Stellungnahme des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, hätte die Möglichkeit, „sich anhand von Verkehrsbezeichnung und Zutatenverzeichnis über die Zutaten eines Lebensmittels und somit auch über Inhaltsstoffe tierischer Herkunft zu informieren".

Wer sicher gehen will, kann sich bei fertigen Produkten auf das Label "V" verlassen, das es in verschiedenen Stufen (von vegetarisch bis vegan) gibt. Es wurde von der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) entwickelt und wird auf Antrag nach entsprechender Prüfung vergeben. Der Hersteller ist verpflichtet, vor der Nutzung des Siegels die Zusammensetzung des Produktes, die verwendeten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe offen zu legen. Bei jeder Änderung der Zutaten wird neu geprüft. Das Label "V" gilt bereits in fast allen europäischen Ländern.

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