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Arthrose ist älter
als die Menschheit

Haus- und Zootiere haben oft mit Arthrose zu kämpfen – aus den gleichen Gründen wie wir Menschen. Eine bewegungsarme, nahrungsreiche Lebensweise verbunden mit einer hohen Lebenserwartung lässt auch bei Tieren in Gefangenschaft das Risiko für Gelenkverschleiß steigen.

Wildtiere entwickeln solche chronisch fortschreitenden Krankheiten nur selten – dazu werden sie einfach nicht alt genug. Im Fall des Dinosauriers Caudipteryx vermuten die Wissenschaftler ebenfalls eine „Fehlbelastung“ als Ursache seiner Beschwerden: Die Tiere hatten Federn und stammten vermutlich von flugfähigen Vorfahren ab, konnten aber selbst nicht mehr fliegen. Ihre Fußgelenke waren dem Leben auf dem Boden noch nicht optimal angepasst und „verschlissen“ daher vorzeitig.

Vögel als Studienobjekt

Auch unter den heute lebenden Vogelarten gibt es einige, die zu Gelenkverschleiß neigen, etwa Tauben. Interessanterweise sind es gerade kleinere Arten, die Arthrose entwickeln. Die Ursachen für die Gelenkprobleme dieser Vögel sind nicht so offensichtlich. Der Fußknöchel der Vögel ist besonders anfällig für Gelenkverschleiß – genau wie sein morphologisches Gegenstück, das menschlichen Knie. Deshalb untersuchen Forscher derzeit, ob betroffene Vögel als Modellorganismen dienen könnten, um mehr über die Arthroseentstehung beim Menschen zu lernen. Solche Grundlagenforschung soll das Verständnis der Krankheitsmechanismen vertiefen und möglichst neue Ansatzpunkte für die Vorbeugung und Behandlung liefern.

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