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Betrunken Lust
auf Fleisch?

Die Umfrage einer Rabattcode-Webseite nennt keine Quelle und dient vor allem der Eigenwerbung – sie sollte daher mit Vorsicht gelesen werden. Angeblich landen mehr als ein Drittel der befragten Vegetarier nach Partys oder Feiern gelegentlich in der Dönerbude oder anderen Fast-Food-Tempeln – mit Fleisch auf dem Teller. Es gibt allerdings auch glaubwürdigere Untersuchungen zum Fleischkonsum von Menschen, die sich selbst als Vegetarier bezeichnen. In einer niederländischen Studie (die eigentlich den Einfluss vegetarischer Ernährung auf das Krebsrisiko untersuchen wollte) dokumentierte etwa die Hälfte der befragten Vegetarier in ihren Ernährungsfragebögen, bisweilen Fleisch zu essen.

Ernährungsphysiologisch ist gegen den gelegentlichen Fleischverzehr nichts einzuwenden – im Gegenteil. Und ethisch? Aus Umwelt- und Tierschutzgründen ist eine Ernährung mit weniger Fleisch bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung. Mit Blick auf das Weltklima wäre es sinnvoller, die große Mehrheit dazu zu bewegen, ihren Fleischkonsum zu verringern – als strengen Verzicht zu fordern, den die meisten Menschen nicht einhalten können.

In der Vegetarierbefragung aus England sagten fast 70 Prozent, dass sie ihren Fleischkonsum verheimlichen, weil sie sich dafür schämen. Dazu hat niemand Grund: Die Umstellung der Ernährung auf (mehr) pflanzliche Kost ist ein guter Vorsatz und ein gelegentlicher Heißhunger auf Fleisch kein Sündenfall. In jedem Fall zeigen diese und ähnliche Daten: Vegetarier, die manchmal der Sehnsucht nach einem speziellen Fleischgericht erliegen, sind nicht allein! 

Bild: © fotolia / Viacheslav Iakobchuk