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Das Jahr der Hülsenfrucht

Mit der Ankündigung und verschiedenen Aktionen möchte die UN den Nährwert dieser Nutzpflanzen hervorheben. Ihr hoher Eiweißgehalt macht sie zu einer wichtigen Fleischalternative. Damit könnten Erbsen, Linsen und Bohnen zu neuen Stars einer nachhaltigen Ernährung aufsteigen – und zwar weltweit.                 

Das Image ist schlechter als der Nährwert

In Kulturkreisen mit traditionell geringem Fleischverzehr sind Hülsenfrüchte längst ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Inzwischen sind indisches Dal (mit Linsen), pakistanische Falafel (aus Kichererbsen) und asiatische Sojaprodukte wie Tofu auch bei uns beliebt. In traditionellen deutschen Rezepten spielen Erbsen und Linsen in kräftigen Eintöpfen die Hauptrolle, während Bohnen oft als Fleischbeilage unterfordert werden.

Mehr „Schmetterlinge im Bauch“

Hülsenfrüchte gehören botanisch zur Familie der Leguminosen, zu deutsch „Schmetterlingsblütler“. Es gibt hunderte verschiedener Sorten, aber ein ganz besonderes Talent verbindet sie alle: Mit Hilfe spezieller Bakterien an ihren Wurzeln können sie Luftstickstoff im Erdreich anreichern. So düngen sie den Boden ganz natürlich. Die UN berichtet außerdem, dass der Anbau von Leguminosen in den Entwicklungsländern häufig Kleinbauen das Überleben sichert. Hülsenfrüchte sind recht anspruchslos und können und auch auf kleinen Anbauflächen hohe Erträge liefern, außerdem lassen sie sich durch simple Trocknung gut haltbar machen. Damit stellen sie eine wichtige Basis für die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung dar.

In Mitteleuropa könnte der Trend zu einer Ernährung mit weniger Fleisch und Tierprodukten den Hülsenfrüchten bei der Eroberung unserer Teller helfen: Sie enthalten besonders viel hochwertiges Eiweiß, komplexe Kohlenhydrate und Aminosäuren, liefern reichlich Ballaststoffe und nebenbei Vitamine und Spurenelemente.         

Lieber gekocht!

Das Jahr der Hülsenfrüchte ist eine gute Gelegenheit, den Hülsenfrüchte einen Ehrenplatz am Esstisch zu gönnen – schließlich sind sie gesund, nachhaltig zu produzieren und lecker. Nur eine Sache sollte man noch wissen, bevor man sich auf die bunte Vielfalt stürzt: Roh sind die meisten Hülsenfrüchte giftig, das gilt ganz besonders für Bohnen. Ein leckeres Rezept mit Kichererbsen und Lammfleisch gibt es hier. Letzteres liefert auch noch Vitamin B12, welches ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Wer darauf ganz verzichten möchte, muss es zusätzlich einnehmen.

Bild: © irene1601 / Fotolia.com